Analog Computers

Reference / Paper

Zur numerischen Lösung von Dreikörnerproblemen des eingeschränkten Dreikörnerproblem

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A German-language Telefunken application note presenting the analog computer solution of the restricted three-body problem (Earth–Moon system). The authors derive scaled machine equations from the equations of motion, select machine coefficients and time-scale factors, and provide a complete potentiometer list, variable (integrator) initial-condition list, and function-generator setting table for implementing the simulation on a Telefunken analog computer.

Manufacturer
Telefunken
Author
Dr. Ing. K. Blaßdorf; Dr. Ing. H. Altmann
Type
Reference / Paper
Language
German
Learning track
specific applications
Pages
12
  • Telefunken
  • three-body problem
  • celestial mechanics
  • analog simulation
  • function generators

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Zur numerischen Lösung von Dreikörnerproblemen des eingeschränkten Dreikörnerproblem

Zur numerischen Lésung von Randwertaufgaben des eingeschränkten Dreikérperproblems Aufsatz von Dr. Ing. K. Nixdorff und Ing. H. Altmann INHALTSVERZEICHNIS Seite 1. Maschinengleichungen 2 2. Schaltplan 7 3. Tabelle der benötigten physikalischen Konstanten 7 4. Wahl der Maßstabsfaktoren 7 5. Potentiometerliste 9 6. Verstärkerliste 10 7. Durchführung der Rechnungen 10 MASCHINENGLEICHUNGEN | Die Problemgleichungen (mit m, statt B und m, statt a) ee ° 2 xta_ X-uy-n x +ym,= xP +ym, u (1) ; r F + Qk - wey ae tym, = 0 (2) s r müssen zur Lösung mit dem Analogrechner normiert werden. Hierzu werden die Problemgleichungen zunächst nach der höch- sten Ableitung aufgelöst; . .. - = + -X=- Qny - eS tym, arm Ha, (3) s r se ae y xy - y=+ WWx-w y +ym, 3 +ym, 3 e (4) Mit den Substitutionen x=v x=V (5) y-w y-w (6) ergibt sich dann - =~ ww x tym, 2 +ym, FE, (7) s X ~ Wet Ov ow y +¥m, Grm. (8) s Diese Umformung hat den Vorteil, daß wir mit den zusätzlichen Variablen v und w auch zusätzliche Maßstabsfaktoren erhalten, die wir frei wählen können. Wir erreichen dadurch eine bessere Anpassung an den Rechner. Wir treffen folgende Vereinbarungen =. V (9) nn (10) . x=\, x (11) =X y J Y (12) t -\, t (13) wobei} ; die Maßstabsfaktoren, kleine Buchstaben die Problem- variablen und große Buchstaben die entsprechenden dimensions- losen Maschinenvariablen bedeuten. In unserem Fall darf die xy-Ebene wegen der notwendigen Bildung der Funktionen 1 1 Er (14) rg (xta)*+y")9/? I) 1 1 a (15) - ( nicht verzerrt werden, da nach Bildung der Funktionen nicht mehr entzerrt werden kann. Daher muß hier Ae ry (16) gesetzt werden. Unter der Voraussetzung, daß die Masse mg sehr viel größer als m, ist, macht sich die Bevorzugung der x-Richtung gegenüber der y-Richtung erst in näherer Umgebung von m, stark bemerkbar. Deshalb empfiehlt es sich Rn (17) zu setzen. Weiterhin ergibt sich mit a sont a ar r 7 (vergl. 13) (18) aus (9)... (12) og OV, . dav_ 7 Va AA gen ay KV (19) und entsprechend w = \, hy Ww (20) Zu Ne Niet (21) y Sa eel 4 (22) Da x=-v= hy Vv (23) folgt außerdem aus (21) und (22) x = Vv (25) a w. (26) Die beiden letzten Gleichungen stellen schon einen Teil der Maschinengleichungen dar. Setzt man nun die Beziehungen (9).... (13), (19) und (20) in die Gleichungen (7) und (8) ein, dann erhält man die übrigen Maschinengleichungen: 2 A Bl x (27) w Az hy N, a mn min X+A © + —— + 372 ’ Aziy ee: ((X-B)2+¥7)° 4 4 Zz a v x x 4 (X+A)2+¥2)9 -V=- X-B . w „We+äy. ee y (28) x Ro vA ZY, ym, Ar 4 ymAn % z + + Ty hy VE (Be NL y Oe” (xe) 2+¥2) 9/2 Da man, wie sich bei der Durchführung der Bahnberechnung zeigen wird, bei der Bildung der Funktionen 1 1 F, = — und F, = 7) ((X-B) +Y (29) 1 ayeevy/? 2 2,372 Werte von |Fı,2|>>1 erhält, die betreffenden variablen Funktions- geber aber nur Werte [Fj 9|= 1 abgeben, muß auch für die Funk- tionen Fy und Fy ein Mafistabsfaktor eingeführt werden. Wir setzen "Ir Py (30) B® An Fp (31) und erhalten damit die endgültige Form der Maschinengleichun- gen: F 2 ee eee Sp nhs see x x A IA, I har, Ar X-B Piya hy X+rA Ry x? A UR-B)HY 23/2 * tg ty hee 2,3/2 ° x dal (X+A)? +Y ) : Tah -W=+—av-— Y XZ Ag hy yYmyh r 1 ae 1 Az Ay = dp ((X-B)” +Y 2372" A,\, 1% AnliXHA)” +Y 2,912 Hierbei stellen jeweils die ersten Brüche der einzelnen Glieder die Maschinenkoeffizienten k, dar. Es ist 2 u, ky =<" (34) k= (35) Az AyAy m.‘ m,‘ ae Ty Mg F 2 he dy Xx? ; = 1,2 Wie aus dem Schaltplan ersichtlich ist. ergeben sich noch weitere Koeffizienten, die alle in der Potentiometerliste zusammengefaßt sind. Die Maßstabsfaktoren \ i müssen nun so abgestimmt werden, daß 1. Sämtliche Maschinenvariablen dem Betrage nach kleiner oder gleich Eins sind, 2. für die Koeffizienten k, stets k; = 1 gilt. Bei der speziellen Wahl der Maßstabsfaktoren hy sollte man dar- auf achten, daß der größte Koeffizient gleich Eins wird. Dadurch werden Koeffizientenpotentiometer eingespart, und außerdem wird die Genauigkeit der Rechnung vergrößert. * (32) Y. (33) SCHALTPLAN (siehe Seite 6) TABELLE DER BENOTIGTEN PHYSIKALISCHEN KONSTANTEN Masse der Erde m, = 5,970. 1074 kg, Masse des Mondes m, = 7, 347: 03° kg, 3 Gravitationskonstante y = 66,7. 10°. au s kg Mittlere Entfernung zwischen Erde und Mond 1 = 384 400 km. WAHL DER MASZSTABSFAKTOREN Bei der Wahl der Maßstabsfaktoren ergeben sich erhebliche Schwierigkeiten. Erst nach mehrmaligem Durchrechnen sämtlicher Maschinenkoeffizienten konnte eine endgültige Festlegung ge- troffen werden. Für die Schwierigkeiten gibt es mehrere Gründe: 1. Die Maschinenkoeffizienten sollen etwa im Bereich 0,01zsk=1 i liegen. Mit Min (k,) = 0,00892 und Max (k,) = 1 konnte dieser Bereich rn mehr ganz eingehalten werden, doch ist der Wert von 0, 00892 noch vertretbar. 2. Der Satellit sollte einen möglichst großen Bereich der xy-Ebene durchfliegen können, ohne daß einzelne Ver- stärker des Rechners übersteuern. Da weiterhin die Gravitationskräfte von Erde bzw. Mond für r +0 bzw. s -0 gegen » gehen, muß ein gewisser Bereich um Erde und Mond als Flugfeld ausgeschlossen werden. Dieser Bereich sollte möglichst klein gehalten werden. Er ergibt sich hier zu r£105 km und s=109 km. Es ergibt sich folgende, endgültige Festlegung der Maßstabs- faktoren: 3 Maßstabsfaktor der Ortskoordinaten Kar 10° [km], Maßstabsfaktor der Funktionsgeber Legg 2 ia Erle Maßstabsfaktor der Geschwindigkeiten ks = 10 =]. Wie sich zeigte, hatte der Maschinenkoeffizient k 4 den größten Wert aller Koeffizienten. Aus der Bedingung k, —— = l (38) -] ergab sich dann der Maßstabsfaktor der Zeit X, zu ym, Ee: 4 IE 7,9610 er. (39) Mit diesen Maßstabsfaktoren und mit Hilfe des Schaltplanes können wir jetzt die Potentiometerliste und die Liste der Ver- stärker zur statischen Kontrolle des Rechners aufstellen, Als konstante Maschinengrößen erhalten wir x = ° = x, _ 0,2 A =—*— = 0, 00468 A x B = = = 0,37972 x POTENTIOMETERLISTE Pot. - Koeffizient Formel Wert Nr. 1 Qu /2 0, 0669 2 x A, ) =X/V 0,126 3 2(x+a)/r, =2(X +A) 0, 409 4 WAL (Ary ) 0, 00892 5 2n/X, 0, 0669 6 2(atb)/A, =2(A+B) 0,768 2 7 “a /a,,) 0, 00892 8 9 2x, / hy =2V gesucht! 10 11 Qu /, 0, 0669 12 2u/2, 0, 0669 13 a he AA.) =Y/W 0,126 ; = ! 14 2y,/ A, 2W_ gesucht! 2 0,00892 15 " el (AL AL) 16 LT ur, © ) 0,0123 17 ymoXn/( A, A22) 0,0123 18 WAI (A \.) 0, 00892 19 ym, RR ° 3 0,0123 20 ‘ ~ 1,0 2 NPAs All Aah hx ) 9 10 VERSTARKERLISTE Sie wird zur statischen Prüfung der Rechenschaltung benötigt. Hierzu werden die Ausgangsspannungen an den einzelnen Ver- stärkern in der Betriebsart Pause gemessen. Der Integrierer Nr. 11 hat entsprechend dem Schaltplan in der Ausgangsstellung keine Spannung am Ausgang. Folglich haben einige der nach- folgenden Elemente ebenfalls keine Ausgangsspannung. Um trotzdem eine Prüfung mit von Null verschiedenen Spannungen zu ermöglichen - nur so kann das einwandfreie Arbeiten der Rechenelemente geprüft werden - wird dem Intergrierer Nr. 11 während der Kontrolle ein Anfangswert 1 - 0,5 aufgeschaltet. Verst. Nr. Errechneter Sollwert 1 + 0, 200 2 - 0,409 3 + 0,409 4 - 0,581 5 - 0,016 6 - 0,36 7 +0,36 8 + 0,016 9 + 0,020 10 - 0,300 11 - 0,500 12 + 0,500 i$ - 0,618 14 - 0,018 15 - 0,016 Mi + 0,006 M2 + 0,008 M3 + 0,750 M4 + 0, 0063 U11 + 0,016 U12 + 0, 0175 DURCHFÜHRUNG DER RECHNUNGEN Als erstes werden die Funktionen Fj und Fa (s. (26)) einge- stellt. Allgemein wird zur Einstellung das Argument von Null aus zuerst in einer (z.B. positiven) und dann in der anderen (z.B. negativen) Richtung in Schritten von 0,1 E (E=Maschinen- einheit)bis + 1 E in den Eingang des Funktionengebers gegeben, d.h. der Bereich des Argumentes wird durch 21 Stützstellen unterteilt. Nach jedem Schritt wird mit dem entsprechenden Einstellknopf (der insgesamt 21 Knöpfen pro Funktionsgeber) der Funktionswert eingestellt. Da wir aber für Fy und Fa nur positive Argumente haben, ginge die Hälfte des Einstellbereiches -1 = Argument = + 1 verloren, wenn nicht durch eine besondere "Schaltung (s. Schaltplan) eine Substitution durchgeführt würde. Laut Tabelle, die wir zur Einstellung benützen, läuft das Argument R? = (x+a)24+y? 2.3 der Funktion IE (R°)2 (vergl. 29) im Bereich 0<R’s 0,5. Durch die Substitution A224 R* 1 erhalten wir „1: R2S4 1, wovon wir aber wegen nur den Bereich -0,96=R ausnutzen kénnen. Den Werten v it ordnen wir jetzt die zu den entsprechenden Argumenten R gehörenden, normierten Funktionswerte Fr, zu. Nach Einstellen der Funktionsgeber wird die Schaltung auf dem Prögrammierfeld gesteckt und anschließend werden die Potentiometer eingestellt, (Einstelltabelle umseitig). Schließlich wird die Schaltung statisch geprüft. Für den Anfangs- zustand der '"'Maschinenrechnung'' werden die Ausgangsspannungen der einzelnen Verstärker rechnerisch ermittelt (Sollwert) und mit den gemessenen Istwerten verglichen. Stimmen die Beträge bis auf geringe Abweichungen und die Vorzeichen der Werte über- ein, so wurde die Schaltung richtig ausgeführt. Nach dem Festlegen der Maßstäbe am Zweikoordinatenschreiber werden die Randbedingungen, d.h. Anfangs- und Endpunkt der Bahn, in ein kartesisches Koordinatensystem auf einem vorbe- reiteten Papierblatt eingetragen. Das Blatt wird auf der Schreib- platte des Schreibers ausgerichtet und fixiert. Anschließend wird die Spitze der Feder in den Anfangspunkt gebracht. Die Potentiometereinstellungen für die Anfangsgeschwindigkeiten sind vorerst geschätzt. Nun wird die Rechnung begonnen und die Flugbahn auf dem Papier verfolgt. Gleichzeitig wird die Rechenzeit gemessen und mit der Rechenzeit verglichen, die.der vorgegebenen Flugzeit entspricht. Die Einstellungen der Potentiometer Nr. 9 und Nr. 14 müssen für jeden Versuch verändert werden, bis sich die Spitze der Feder nach Ablauf der durch die Flugdauer festgelegten Rechen- zeit im vorgeschriebenen Punkt befindet. Mit Hilfe der Formeln für die Potentiometer Nr. 9 und Nr. 14 lassen sich aus den gefun- denen Koeffizientenwerten die gesuchten Komponenten der An- fangsgeschwindigkeit des Satelliten errechnen. Damit ist das Problem gelöst. Mit Hilfe der Formeln für die Potentiometer Nr. 9 und Nr. 14 lassen sich aus den gefundenen Koeffizienten- werten die gesuchten Komponenten der i aii": des Satelliten errechnen. 11 i Tabelle zur Einstellung der Funktionsgeber Arg. R? Subst, R F= - F=F/ Ap (R?)? (0) (-1, 0) (co) (od 0,010 -0, 96 1000 0,5 0,025 -0,9 252 0,125 0,050 -0,8 89,4 0,0447 0,075 RL 48,3 0,0243 0,100 -0,6 31,6 0,0158 0,125 -0,5 22,6 0,0113 4, 0,150 -0,4 17,2 0,0085 0,175 -0,3 13,6 0, 0068 0, 200 -0,2 11,8 0,00551 0,225 | 9,35 0, 00467 0,250 0 8, 00 0,0040 0,275 0,1 6,94 0,00347 . 0,300 0,2 6,08 0,00304 0,325 0,3 5,40 0,00270 0,350 0,4 4,83 0,00241 0,375 0,5 4,36 0,00218 0,400 0,6 3,95 0,00197 0,425 0,7 3,62 0,00181 0,450 0,8 3,31 0,00165 0,475 0,9 3,06 0,00153 <7 0,500 1,0 2,82 0,00141 Le ONLINE zu ASD 033 0968 775 Konstanz, Bücklestraße 1-5 _ Nachdruck nur mit Quellenangabe gestattet Printed In Western Germany 12