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Manual / Guide

Bedienungsanleitung: Schul-Analogrechner Modell EC-1-E

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German-language operating manual for the Heathkit EC-1-E Schul-Analogrechner (educational analog computer), a 9-amplifier machine powered from 220 V mains with adjustable repetition frequency (1–60 Hz), 100 V reference voltage, and three initial-condition voltages. The manual covers operational-amplifier theory (summation, integration, diode nonlinearities), the balancing and setup procedure, and step-by-step programming examples including first- and second-order differential equations, spring-mass systems, polynomial simulation, PID controllers, and the bouncing-ball problem.

Manufacturer
Heathkit
System
EC-1
Type
Manual / Guide
Language
German
Learning track
machine reference
Pages
32
Credit
Heath Gerätebau GmbH, Buxheim/Allgäu, Germany
  • EC-1
  • Heathkit
  • analog computer operation
  • differential equations
  • operational amplifiers
  • educational computing

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Bedienungsanleitung: Schul-Analogrechner Modell EC-1-E

HRATHEKIT:® Bedienungsanleitung SCHUL- ANALOGRECHNER MODELL EC-1-E Farbschlüssel für Widerstände und Kondensatoren Widerstände Die Farbringe, die auf den Widerständen angebracht sind, drücken dessen Widerstandswert aus. Kode Beispiele Farbe steile stelle Muttiplikator x : elb-4 -of-——— 7 violett-7__| 4721000 1 10 ® 47KQ ce „100 orange-1000{ ( ) ees | —Silber— 4 10.000 5 400.000 Toleranz Toleranz 110% ee 45% 252 40000000 Siber 3 10% 8] 400.000000 Keinfing® 20% 5 |22 «100000 9 - ers : So it ee) ODO~WMAMIH HM = Fat ie) SB Toad os Gla Sai AS a 3 x 004 Cs : Kein Ring— \ ] ‘olen +20% Kondensatoren Normalerweise sind nur Glimmer und Keramische Kleinkondensatoren farbkodiert. Der hier gebrachle Farbkode entspricht dem EIA Standard (Electronics Industries Association). Abweichungen Können je nach Hersteller auftreten. Glimmer Keramik Reihenfolge von links nach rechts, beginnend a beim Punkt für den Ternperatur-Koeffizient. Kode em Kode Farbe Stelle 2Stetle Mulliplikator Toleranz : rot _Farbe Stelle2.Stelle Multiplikator Toleranz Schwarz -4 | £20 zpr 2 braun 40 Se unter 4OpF rot 400 schworz— 20 orange — 0,1 lau violett —— re fess) Qo l Hy bhi Lp ep as T WMO YOU Wh = [ede Tati WA Rats A ales Me +e he oe be 222 Ne oe Fe Vins - : 05 1+ grau— weiss ber — | L iv) fe 2700 pF 25% g 0,25 (00027uF) Ba os 2 p ie I | BE te <> a t+ > oO bea Beishi dicho Temperatur- per weles. = i Koeffiziert bedeutet Glimmer- Ausführung Temperalur- ‘ 5 Koeffizient orange schwarz grun 3 3 Ss +5% ; Wert in pf (33 pF 25%) Wert in pF Bemerkungen Weitere Eigenschaften (Temperatur-Koeffizient,lsolations-Widerstand) Können dem ElA Standard RS 153 und RS198 entnommen werden. 6-32 4 = 0090001 Farad = 0'0004 nF. = 0,000004 uF Um an versteckten Stellen Muttern auf Kurze Gewinde aufzudreren Können Sie das beigefügte Kunststofirohr ers Erte doe Kansigioiiehl sens. une dis betreftircle Maller, die dan Ü ents 5 se u N n von dem dehnbaren Kunststoff Te halten wird Selbsiversfändlich ist das Werkzeug nur zum Aufdrenen der Mutter auf die ersten Gewindegange geeignet. Bedienungsanleitung SCHUL- ANALOGRECHNER MODELL EC - 1 - E ELECTRONIC AWALOR co * “ Technische Daten 9 Gleichspannungs-Operationsverstärker, durch steckbare Elemente als Integrator, Addierer und Inverter schaltbar. Verstärkung: ca. 1000, Ausgang. + 60 Volt an 100 kOhm, Frequenzgang: — 1 dB bei 600 Hz, Drift: + 5 mV am Eingang, 5 Koeffizienten-Potentiometer (100 kOhm), 3 variable, erdfreie, stabilisierte Spannungen für die Anfangsbedingungen; Triggerrelais mit 4 Ruhekontakten, Multivibrator für repetierende Messungen von 0,1 bis 15 Hz; Anzeigeninstrument: 50-0-50 «A, schaltbar auf die Verstärkerausgänge,als Betriebsspan- nungskontrolle und zum Balancieren der Verstärker. Stromversorgung durch elektronisch stabilisiertes Netzgerät; Netzanschluß: 110/220 Volt / 50—60 Hz / 100 Watt. Abmessungen: 500 X 290 X 380 mm, Gewicht:18 kg, Zubehör: Rechenwiderstände und Kon- densatoren, Stöpselschnüre sowie 2 Si-Dioden. Als Sichtgerät eignet sich unser Gleichspannungssozillograph Modell OR-1. 1. Der Schulanalogrechner EC-1-E Analogrechner dienen zur Berechnung mathematischer, physikalischer und technischer Pro- bleme, vornehmlich zur Berechnung von Größen, die sich in Abhängigkeit von der Zeit än- dern und bei denen sich diese Abhängigkeit in Form einer Differentialgleichung mathema- tisch darstellen läßt. Analogrechner simulieren das vorliegende Problem, indem sie ein physikalisches System bilden, das den gleichen Gesetzen gehorcht. Die unabhängige Ver- änderliche bleibt dabei die Zeit, gegebenenfalls in gedehntem oder verkürztem Maßstab. Beim elektronischen Analogrechner werden die abhängigen Veränderlichen durch elek- trische Spannungen dargestellt. Die Koeffizienten werden durch Spannungsteiler ein- gestellt, Verstärker dienen zur Vorzeichenumkehr, zur Addition und zur Integration. Mit Hilfe von Dioden, Multiplikatoren und Funktionsgebern lassen sich auch nichtlineare Pro- bleme untersuchen, deren Differentialgleichung mathematisch in geschlossener Form nicht lösbar sind. Die Veränderlichen lassen sich in ihrem zeitlichen Verlauf mit Spannungsmessern, mit dem Kathodenstrahloszillografen oder mit Linienschreibern beobachten und registrieren. Durch Veränderung der Koeffizienten lassen sich nacheinander viele Lösungen beobach- ten und aufzeichnen, so daß auch unbekannte Koeffizienten für einen vorgegebenen Lö- sungsverlauf experimentell bestimmt werden können. Die Genauigkeit der Lösung hängt von der Genauigkeit der Schaltglieder — Verstärker, Widerstände, Kondensatoren, Spannungsteiler usw. — ab. Sie ist damit eine Frage des tech- nischen Aufwandes. Der Schulanalogrechner verzichtet auf höchste Genauigkeit zugunsten eines niedrigen Anschaffungspreises. Er eignet sich sowohl zum Studium und Unterricht als auch zur Untersuchung zahlreicher Schwingungs- und Regelprobleme, in Sonderfällen bis zu Problemen achter Ordnung. Die neun Operationsverstärker des EC-1-E lassen sich als Integratoren oder als Addier- verstärker schalten. Fünf fein einstellbare Potentiometer dienen zur Wahl der Konstanten, drei erdunabhängige Spannungen stehen als Anfangsbedingungen zur Verfügung. Vier Relaiskontakte dienen zum Start des Lösungsablaufs: wahlweise von Hand oder repetierend mit wählbarer Periode. Das eingebaute Meßinstrument dient einmal zur Kontrolle der Betriebsspannung und zum Abgleich der Verstärker, zum andern zur Spannungsmessung an den Verstärkerausgängen. Als Zubehör zum EC - 1 - E ist ein Gleichspannungsoszillograf erforderlich, empfohlen wird die Type OR-1-E von Daystrom. 2. Die Theorie des Analogrechners in Kurzfassung*) 2.1 Der Operationsverstärker Die Operationsverstärker der Analogrechner sind Gleichspannungsverstärker mit hohem Verstärkungsgrad (Symbol Abb. 1). Eingangs- und Ausgangsspannungen werden gegen ig Abbildung Nr.1 Symbol des Gleichspannungs- a Ug R [| verstarkers Aa Masse (Bezugspotential 0) gemessen. Die Masseverbindungen werden aber meist bei den symbolischen Schaltungsdarstellungen nicht gezeichnet. Bei der Eingangsspannung Ug folgt beim Verstärkungsgrad V die Ausgangsspannung Ua=— V (u; + ug) ug ist die Driftspannung. Sie wird zu Beginn der Messungen auf ug = 0 abgeglichen, so daß nun gilt: Ua=—Vi'ug Das Minuszeichen bedeutet, daß der Verstärker das Vorzeichen umkehrt. Der Verstär- kungsgrad V beträgt beim EC-1-E etwa 1000, bei großen Anlagen bis zu 108 und nimmt bei höheren Frequenzen aus Stabilitätsgründen ab. Der Eingangsstrom (Gitterstrom) ig der Verstärkers ist im allgemeinen vernachlässigbar. *) Zu weiterführenden Studien sei lediglich verwiesen auf: Dietrich Ernst: Elektronische Analogrechner München 1960; dort auch weitere Literatur. 2.2 Der Operationsverstärker als Addierverstärker und Inverter Der Verstärker wird mit einem Eingangswiderstand Re und einem Gegenkopplungswider- stand Rg beschaltet (Abb. 2 und 3). Mit ig — 0 muß dann der Strom durch R. gleich dem Strom durch R g sein: Ue—Ug Ug—Uag Re Rg R o > 0 —% I 5, BE : Up ug u, Abbildung Nr.2 Schaltung des Inverters Abbildung Nr.3 Symbol für einen beschalteten Inverter Unter Berücksichtigung von (1a) folgt nach Umstellung: Rg Ua = —Ue’ Re— (Re—Rg)/V Da V sehr groß ist, kann man das zweite Glied im Nenner vernachlässigen und schreiben: Ua” —Ve' Rg/Re Der Fehler beträgt bei dem häufigen Fall Re = Rg beim EC 1 mit V = 1000 1%o. Es ist üblich, für Re und Rg die Werte 1M Q oder 0,1 M 2 zu wählen. Damit kehrt der Verstar- ker das Vorzeichen um (Inverter) und multipliziert mit einem konstanten Faktor 0,1 bzw. 1 oder 10. fe Ue} —— 4 | Uer Pan “a Ups © Abbildung Nr.4 Schaltung des Addierverstärkers Abbildung Nr.5 Addierverstärker, vereinfachtes Symbol (für Ry = Ro = Rg = Rg) Will man mehrere Spannungen addieren, so schaltet man diese über je einen Eingangs- widerstand Rı, Ra usw. (Abb. 4 und 5). Bildet man wieder die Summe der Ströme im Knotenpunkt: Uy —Ug Ug — Ug Ug — Ug uU — Ug Ry Re Rs R und stellt um so folgt mit u, = —u,/V: u Re __ — U2 Rg — U3 iy Rı(1+E) Re(it+€) Rs(1+€) Vernachlässigt man wiederum €, so bildet der Verstärker die Summe: Ua = — ar uy — be Ug —c-us mit a=R,/Ri b= R,/Re c= Rg/Rs =0 va = — wobei ist: Der Fehler beträgt hier wieder mit V = 1000 für gleiche Widerstände 0,4 %. 2.3 Der Operationsverstärker als Integrator Schaltet man an Stelle eines Widerstandes einen Kondensator C; in den Gegenkopp- lungszweig, so wird der Verstärker zum Integrator. Mit einer Eingangsspannung ue (Abb. 6 und 7) gilt: d (we — Ug)/Re — (va — Ug) ‘Cg = 0 K — Uc Abbildung Nr. 6 ( ) Cg Uc i te) q I Ue Ug Re o- nı \ O Abbildung Nr.7 Vereinfachtes Symbol des Inte- UI grators mit Re’ Cg 1 Sckunde Ue Ua Schaltung des Integrators Hieraus folgt nach Integration unter Vernachlässigung der Glieder wg = — u,/V: t =. Ua — ——) u. dt— U. Re . Cg oO U. ist dabei die Integrationskonstante, das ist diejenige Spannung, auf die der Konden- sator C, zu Beginn der Integration aufgeladen war. Der Zeitpunkt t = 0 ist dabei durch die Öffnung des Relaiskontaktes K gegeben. Die Spannung U. darf nicht mit Masse ver- bunden sein. Ohne die Schaltung von K funktioniert die Schaltung nicht! Ist Ue = 0, wird K direkt mit beiden Anschlüssen von Cg verbunden. Das Produkt Re’ Cg hat die Dimension einer Zeit: Es gibt diejenige Zeit an, für die mit Uc= 0; ug = —Ueist. Die Integration über mehrere Spannungen ermöglicht die Schaltung (Abb. 8 und 9), bei K U +“ c Ur ujO— aha Ry Il fe) Uug0—4 5 ? UH u30—— 10 Ua R2 Cg oO—_+__} , up { Abbildung Nr.9 Integrator, vereinfachtes Symbol R3 4 -—O mit in : = = 1 Sekunde 2:Cg = 5 Sekunden oO { } Us Rs -Cg = 10 Sekunden Abbildung Nr.8 Schaltung eines Integrators tiber mehrere Spannungen der mehrere Eingänge mit den Widerständen Ry, Rs, Rs geschaltet sind. Unter Vernach- lässigung von u, gilt: t un | (aru thew terug a+ Ue 0 mita= URı'Cg b=URg'Cg c=URg'Cy Die Komponenten R und Cg wählt man wieder dekadisch: R zu 0,1 oder 1 MQ, Cg zu 0,1 oder 1 uF. Die Zeitkonstante 0,01 s = 0,1 M2: 0,1 uF ist dabei möglichst zu vermeiden. In Sonderfällen ist auch die Zeitkonstante 10s = 10 MQ: 1 uF zugelassen. Die Fehler durch Vernachlässigung von 1/V bleiben, wie eine Abschätzung der vollstän- digen Gleichung zeigt, unter 1°/o. Bei längeren Integrationszeiten macht sich jedoch die Driftspannung ug bemerkbar und ergibt einen Fehler, der sich besonders bei mehr- facher Integration störend bemerkbar macht. Bei einfacher Integration über die Zeit t er- gibt sich eine Vergrößerung der Driftspannung um den Faktor t/Re'Cg, z. B. bei der gebräuchlichen Zeitkonstante R'C = 1 Sekunde ergibt sich nach 1 Minute Integrations- zeit der Faktor 60! Bei längerer Integrationszeit ist daher die Driftspannung besonders sorgfältig zu kompensieren. Eine weitere Fehlermöglichkeit liegt in der nicht ausreichenden Isolation des Konden- sators und der ihm parallel liegenden Teile der Schaltung. Daher dürfen nur sehr hoch- wertige Kondensatoren Verwendung finden. 2.4 Der Operationsverstärker als Differentiator Durch Schaltung eines Eingangskondensators Ce und eines Gegenkopplungswiderstandes R, wird der Verstärker zum Differenzierglied (Abb. 10 u. 11). Unter Vernachlässigung von ug läßt sich aus der Knotenpunktsgleichung due Ce. —Ua/Rg = 0 dt die Beziehung bilden: due a= —Ce' Rg’ dt — DER Ce O O Up ua | Abbildung Nr. 10 Schaltung des Differentiators Abbildung Nr. 11 Symbol des Differentiators Da die Differentiation „aufrauht“, das heißt, höhere Frequenzen proportional zu Wy ver- stärkt, werden Störspannungen, insbesondere auch Brumm und Unstetigkeiten bei der Differentiation stark vergrößert, so daß man meist auf die Differentiationsschaltung ver- zichtet und versucht, sie durch eine Integration zu ersetzen. 2.5 Die Multiplikation mit einer Konstanten Das einfachste Multiplikationsglied ist der Spannungsteiler (Abb. 12 u. 13). Der ein- en Us Abbildung Nr. 12 Spannungsteiler, Abbildung Nr. 13 Symbol für Spannungsteiler, Faktora “1 Faktora<1 gestellte Faktor ist natürlich stets kleiner als 1. Infolge der Belastung des Potentiometers durch die angeschlossenen Rechenwiderstände ist a nicht dem Einstellwinkel proportional. a muß daher mit einem hochohmigen Spannungsmesser bestimmt werden. Faktoren größer als 1 ermöglicht die Schaltung eines nachfolgenden Verstärkers mit z. B. Rg/Re = 10 (Abb. 14 u. 15). R Abbildung Nr. 14 Spannungsteiler mit Verstär- Abbildung Nr. 15 Symbol für Spannungsteiler ker, Beschaltung : mit Verstärker (ug = —10a- ue) Eine andere Möglichkeit, einen Faktor einzustellen, zeigt Abb. 16. Mit dem am Verstär- R a Abbildung Nr.16 Verstärker mit Spannungsteiler im Gegenkopplungszweig kerausgang geschalteten Potentiometer wird nur der Teil b der Ausgangsspannung von Rg zurückgeführt: Re b:R a Beliebige Faktoren lassen sich mit einem erdfreien Potentiometer einstellen, dessen erste Hälfte a: Rp als Re und dessen zweite Hilfte(1— a) - Rp geschaltet ist (Abb. 17): a mitb £1 ua = — Ue ta= — "Ue O<ax<l (1—a) = Rp —_—m = Oo _ Ue Abbildung Nr.17 Verstärker mit Spannungsteiler = als Eingangs- und Gegenkopplungswiderstand Ua Die Einstellung der Faktoren erfolgt stets mit einem Spannungsmesser oder durch Kom- pensation mit einem geeichten Spannungsteiler. Die Messung erfolgt in der Rechenschal- tung, d. h. mit der endgültigen Belastung durch die Rechenwiderstände. 2.6 Nichtlineare Probleme Die Multiplikation zweier Veränderlicher erfordert einen erheblichen Aufwand an Schal- tungsmitteln. Die zur Zeit am Markt befindlichen Multiplikatoren kosten das Mehrfache des ganzen Schul-Analogrechners. Die Verwendung solcher Multiplikatoren mit dem EC 1 ist zwar möglich, aber wirtschaftlich nicht sinnvoll. Für die Darstellung empirischer Funktionen dienen Funktionsgeneratoren. Mit diesen Ge- räten lassen sich Funktionen beliebiger Art, z. B. x3, sin x oder die Hystereseschleife, dar- stellen. Sehr viele in der Anwendungstechnik bedeutsame, nicht analytische Funktionen, wie An- schläge, Reibung, Lose, Hysterese usw., lassen sich in einfacher Weise durch Dioden dar- stellen. Die beiden, dem EC beigegebenen Silizium-Dioden sind dazu besonders geeignet, da sie über eine hohe Spannungsfestigkeit in Sperrichtung verfügen. Für den kleinen Spannungsbereich zwischen + 0,1 V und + 0,4 V ist der Stromanstieg exponentiell. 7 Zwei Beispiele sollen die Anwendung der Diode erläutern: Schaltet man die Diode parallel zu Rg (Abb. 18), so wirkt Rg nur in einer Richtung. In der anderen Richtung +e Rg q Abbildung Nr.18 Diode im Gegenkopplungszweig Re oO {__} Up U, wirkt nur der kleine Durchlaßwiderstand der Diode. Die Ausgangsspannung ergibt sich zu: Uag= 0 für positive ue Ua = —Ue' Rg/Re für negative te Abb. 19 zeigt die Schaltung als Begrenzer, Abb. 20 die Wirkung dieser Schaltung. Auf eine Ableitung sei verzichtet. Auch der exponentielle Stromanstieg läßt sich zur Darstellung der Exponentialfunktionen oder des Logarithmus ausnutzen. Ue (2 Abbildung Nr.19 Begrenzerschaltung Abbildung Nr. 20 Wirkung der Begrenzer- schaltung nn "3. Aufbau und Schaltung des Schulanalogrechners EC-1-E 3.1 Anschlüsse und Bedienungselemente Der Schul-Analogrechner EC 1 wiegt 17,6 kg und ist in einem Stahlblechgehäuse von 495 mm X 400 mm X 290 mm anschlußfertig eingebaut. Der Anschluß an das Wechsel- stromnetz 220 V 50 Hz erfolgt über einen Schutzkontaktstecker, die Leistungsaufnahme be- trägt 100 Watt. Die vordere Frontplatte trägt die Anschlüsse der 9 Verstärker sowie alle Bedienungsknöpfe und das Meßgerät (Ansicht Seite 1, Ansichtzeichnung als Beilage 1). Links oben sind 5 Koeffizientenpotentiometer (100 kQ, linear). Unter jedem Potentiometer befinden sich zwei Buchsen: oberer Anschluß rot, Abgriff schwarz. Der untere Anschluß liegt an Masse. Rechts davon schließen sich drei Einstellknöpfe für 3 stabilisierte, voneinander völlig unabhängige 0... 100 V einstellbare Spannungen an. Diese haben keine Verbindung mit Masse und dienen zur Einstellung der Anfangs- bedingungen der Integratoren (INITIAL CONDITIONS, IC). Unter den Knöpfen kann die Spannung abgenommen werden: rote Klemme plus, schwarze Klemme minus. Auf der rechten Seite der Frontplatte befindet sich das Meßinstrument,‘ ein Drehspulgerät mit Nullpunkt Mitte, einer Skala von 100 .. 0 .. 100 mit dem Stromverbrauch + 50 uA. Darüber liegen die Anschlußklemmen, darunter die beiden Bedienungsschalter: Funktions- schalter und Meßbereichwähler. Darunter liegt der Betriebsschalter: RESET — Rückstel- lung, MANUAL — 1 X Rechnen, REPETITIVE — periodisch rechnen. Die Periode wird mit dem Drehknopf „REPETITIVE RATE“ zwischen 0,06und 10 Sekunden (rechts) stetig eingestellt. Rechts unten befinden sich die Netzschalter mit den Köntrollampen. Die vier Relaiskontakte (Ruheschaltung) sind in der zweiten Buchsenreihe von oben zu- gänglich. Darunter liegen die Anschlüsse und Bedienungselemente der Operationsver- stärker. 3.2 Die Operationsverstärker Die Haupterfordernisse eines guten Operationsverstärkers sind hohe Verstärkung und ge- ringe Drift. Mit nur einer Verbundröhre (6U8) wurden diese beim EC 1-E ver- wirklicht (Schaltung Abb. 21). Die Penthode ist mit sehr hohem Außenwiderstand be- 3k Potentiometer für Verstärker - Abgleich Abbildung Nr. 21 Schaltbild des Operations- verstärkers 50 dB Verstärkung _ Verstärkung 40 / >= Abfall etwa = SQ 5 dB/Oktave 7] NL 10 Dan —~ > > If [6] . . 10 20 30 50 100 200 300 500 Hz 1 kHz 2 kHz3 kHz 5 kHz 10 kHz Abbildung Nr. 22 Frequenzgang der Verstärkung schaltet. Die Verstärkung ist dadurch sehr hoch (etwa 700mal) und der Gitterstrom sehr klein. Direkt damit gekoppelt ist das Triodensystem als Kathodenfolger. Eine schwache Mitkopplung bewirkt das Anheben der Verstärkung auf etwa 1000mal, ein RC-Glied sorgt für das Abfallen der Verstärkung bei höheren Frequenzen, um Selbsterregung zu verhindern (Frequenzgang Abb. 22). Den Frequenzgang des mit Re = Rg = 1 MQ be- schalteten Verstärkers zeigt Abb. 23. Zwei Glimmlampen im Kathodenkreis der Trioden- stufe schleusen die Ausgangsspannung vom Anodenpotential der Penthode wieder auf das Massepotential. Der Verstärker ist für eine Belastung von max. 100 kQ bemessen. dB + Rg +2 | 1] Re Sot o 0 | 2 aN Re = |Rg =|1MQ 7 N N -4 — 1 dB bei 600 Hz N 20 50 100 200 500 1000 2000 Hz Frequenz Abbildung Nr. 23 Frequenzgang des mit Re = Rg 1M( beschalteten Verstarkers 10 Die maximale Ausgangsspannung betragt in diesem Fall + 60 V (fiir andere Belastungen siehe Abb. 24). Der Abgleich des Verstärkers wird durch ein Schraubenschlitzpotentio- meter im Kathodenkreis der Eingangsröhre vorgenommen. Positive Ausgangsspannung —-- Negative Ausgangsspannung -T 100 80° , 60 : pP” ¢ v 40 ae Maximale Ausgangsspannung rg I’ 7 >” 4 2 20 }—y»~sX Lo : . 10 kQ 20 kQ 50 kQ 100 k2. 200k2300k2500k2 1 MQ Lastwiderstand Abbildung Nr. 24 Maximale Ausgangsspannung als Funktion der Belastung Zu jedem Verstärker gehören folgende Anschlüsse (von oben nach unten): zwei Ausgangs- gangsklemmen (schwarz), ein Doppelsteckkontakt für die Gegenkopplungsimpedanz, eine Eingangsklemme (rot), zwei Doppelsteckkontakte für die Eingangsimpedanzen, dazu zwei rote Anschlußbuchsen für den Eingang. Mehr als zwei Eingänge müssen mit Schaltkabeln geschaltet werden. 3.3 Das Kontrollinstrument Das eingebaute Drehspulgerät dient zur Messung der Arbeitsspannungen, der Spannungen an den Ausgängen der Verstärker, zur Kontrolle der stabilisierten Anodengleichspannung und zum Abgleich der Verstärker. Entsprechend sind die Funktionen mit dem Schalter „METER FUNKTION“ wählbar. Durch den Schalter „METER RANGE“ lassen sich die Meßbereiche 1..0..1V,10..0.. und 100..0..100 V wählen. In der Stellung „METER INPUT“ des Funktionsschalters sind diese Meßbereiche durch zwei Klemmen oben rechts direkt zugänglich. Die schwarze Klemme liegt dabei stets an Masse. In der Stellung „SET B“ wird die Anodenspannung (300 V) unabhängig von der Stellung des Meßbereichwählers kontrolliert. Die Stellung „AMPLIFIER BALANCE“ ermöglicht die Kontrolle der Driftspannung nach Betätigung des zugehörigen Schiebeschalters. In den übrigen 9 Stellungen dient das Gerät zur Messung der Ausgangsspannung der 9 Verstärker. Parallel zum jeweils geschalteten Verstärkerausgang liegen die Klemmen „METER OUTPUT“. 3.4 Der Netzteil Das Gerät enthält einen besonderen Heiztransformator, der in der Schalterstellung „FILA- MENT ON“ die Vorheizung der Röhren erlaubt. Der Haupttransformator speist 6 ge- trennte Gleichrichter: den röhrenstabilisierten Netzteil für die Anodenspannung (Schal- tung Abb.25), den glimmstabilisierten Netzteil für die Gegenspannung von — 150 V, drei glimmstabilisierte Spannung für die „INITIAL CONDITIONS“ und eine Spannungs- quelle für den Multivibrator zur Relaissteuerung. 11 300 V= + F ar "T350V IM 30 k ch W u 8 6 BH6 Js ar 0.47M = Feen ~7350V el aay ca} | 0.25 ie =” 0.27M ok cour 0B2 | 200V Abbildung Nr. 25 Schaltbild des stabilisierten Netzteils 3.5 Rechenimpedanzen und Zubehör Als Zubehör ist erforderlich: Je etwa 5...10 Schaltkabel mit 4 mm Bananensteckern von 15, 20 und 30 cm Länge; zwei Doppelkabel mit Bananensteckern von etwa 50 cm Länge. Als Rechenimpedanzen dienen: 6 Widerstände 1 MQ, 6 Widerstände 0,1 MQ, 3 Konden- satoren 1 uF, 3 Kondensatoren 0,1 uF und zwei Silizium-Dioden, alles auf Doppelstecker montiert. Für besondere Aufgaben sind weitere Impedanzen erforderlich, die man sich leicht beschaffen kann, z. B. auch RC-Glieder. Als Auswertegerät dient in der Regel ein Kathodenstrahloszillograf für Gleichspannungen (z. B. Daystrom OR 1-E). 4. Die Inbetriebnahme des Schulanalogrechners 4.1 Netzanschluß Das Gerät ist möglichst über eine Steckdose mit Schutzkontakt an das 220-Volt- Wechselstromnetz (50 Hz) anzuschließen. Die Aufnahme beträgt in Bereitschaft (FILA- MENT ON) 50 VA, im Betrieb durchschnittlich 120 VA. Bei stark schwankender Netzspannung ist es empfehlenswert, einen magnetischen Kon- stanthalter mit Oberwellenfilter vorzuschalten. Der Schalter: „FILAMENT“ ist etwa 5 Minuten vor dem Schalter „HIGH VOLTAGE“ einzuschalten. Damit werden die Röhren geschont und die Drift verkleinert. Bei kürzeren Pausen (unter zwei Stunden) ist nur „HIGH VOLTAGE“ auszuschalten. Gelegentlich ist in der Stellung „SET B“ des Instrumentes die Anodenspannung zu kon- trollieren und gegebenenfalls mit Hilfe des Potentiometers in der Mitte oben (Abb. 26) - [88008 800° o000000000 000000 et © © © © Pr 4 Abbildung Nr. 26 Einschalten und Nachstellen der Anodenspannung 12 4.2 Abgleich der Verstärker Der Abgleich ist nach etwa 10 Minuten Einbrennzeit vorzunehmen. Er ist öfter zu kon- trollieren und gegebenenfalls zu wiederholen. Der Abgleich kann prinzipiell auch bei beschaltetem Gerät ohne Änderung der Schaltung vorgenommen werden, da durch Be- tätigung des Schiebeschalters alle Verbindungen von der Frontplatte abgetrennt werden und der Verstärker mit Re = Rg = 1 MQ beschaltet wird (Abb. 27). Es ist jedoch zweck- mäßig, bei unbeschaltetem Verstärker einen Gegenkopplungswiderstand zu stecken, bei Integratoren die IC-Spannung wegzunehmen und den Kondensator durch einen Wider- stand von 1 M2 zu ersetzen. 1M Messinstrument mit Nullpunkt in Skalenmitte Abbildung Nr. 27 Abgleichschaltung Schalter „METER RANGE“ auf 100 V. Schalter „METER FUNKTION“ auf , AMPLIFIER BALANCE“. Schiebeschalter zum Verstärker 1 nach unten drücken, festhalten und mit dem Schraubenzieher dazugehörige Potentiometer verstellen (Abb. 28), bis das Instrument 0 zeigt. Abgleich nach Umschalten des Meßbereichs auf 10 V und 1 V wiederholen und ver- feinern. In der gleichen Weise sind alle Verstärker abzugleichen. Sollte ein Abgleich nicht möglich sein, einige Zeit warten, da oft Ladungen im Inneren der Röhre stören, die nur langsam abfließen. 0000 eX © © ex © © 000000 0 O. Abbildung Nr. 28 Verstärkerabgleich 13 + ie [u Filament Schw | (Heizung) ROOa3k 105 | — mal 150V co, ob? 1 er 10+ 17mA af iM < | ov ugar N Le Schw I (ZN | osps RPK 105V | € SV Vv 150 co) v7 peu, 0B 2 le; | t2BH7 a u 7 | El) R26 | L 5. Ausführung grundlegender Rechenoperationen 5.1 Inversion (Umkehr des Vorzeichens) Das Vorzeichen der Spannung — 21 V vom Potentiometer IC 1 soll umgekehrt werden. Die rote Klemme des Potentiometers IC 1 wird mit Masse, die schwarze Klemme mit der (linken) roten unteren Eingangsklemme des Verstärkers 1 verbunden. Zwei Rechenwider- stände zu 1 MQ werden in die zugehörige (linke) Doppelbuchse und in die Gegenkopp- lungs-Doppelbuchse gesteckt. Nun wird, unter Belastung durch Re, die Spannung — 21 V mit Hilfe des Spannungsmessers (Meßbereich 100 V, Funktion METER INPUT) kontrolliert. Dazu wird die schwarze Klemme von IC 1 parallel zur Verbindung zum Verstärker mit der roten Klemme links außen (METER INPUT) verbunden, und das Potentiometer IC 1 auf die gewiinschte Spannung von — 21 V eingestellt. Der Funktionsschalter wird nun auf den Ausgang des Verstarkers 1 geschaltet: Das Instru- ment zeigt + 21 V. Steckt man fiir R 0,1 MQ, so wird die Spannung gleichzeitig durch 10 dividiert: Das In- strument zeigt (Meßbereich 10 V) + 2,1 V an. Mögliche Abweichungen erklären sich durch Ungenauigkeiten der Widerstände. Da diese die Toleranz + 1 °/o haben, ist ein Fehler von max. 2°/o möglich .Dieser Fehler läßt sich ver- meiden, wenn die Spannung am IC 1 unter Kontrolle des Verstärkerausganges eingestellt wird. Die Ausgangsspannung wird dann auf + 21 V eingestellt. NE-51 RLOIM a -. Verstärker Ne 2 bis Nr.8 7 #5 8 Röhren 10 bis 16 ? ie Schiebeschalter , Amplifier Balance” l __ Wiederhol - Oszillator 1% Fa Abbildung Nr. 29 Schaltbild Schul -Anologrechner MODELL EC-1-E 14 5.2 Addition mit Inversion Es sollen die Spannungen 3,6 V und 5,8 V addiert werden. Man stellt die Spannungen wie oben einzeln ein und kontrolliert am Ausgang (— 3,6 V). Die 5,8-V-Spannung wird an den zweiten Eingang gelegt und bei der Einstellung der Eingangswiderstand Rei gezogen und damit die Zufiihrung der ersten Spannung unterbrochen. In die zweite Eingangsdoppel- buchse wird ebenfalls ein Widerstand Reg von 1 MQ gesteckt. Nach Einstellung der Einzel- spannungen steckt man wieder Re; und liest die negative Summe am Ausgang ab: — 9,4 V. Wünscht man ein positives Ergebnis, so muß man mit einem zweiten Verstärker (z. B. V 2) wieder eine Inversion vornehmen. Man steckt hierzu auch auch hier Re und Ky 1 M2 und verbindet die Ausgangsbuchse von V 1 mit der Eingangsbuchse von V 2 . Zur Vermeidung der Fehler durch die nunmehr verwendeten 5 Widerstände kann man die Einzelspannun- gen wiederum am Ausgang von V 2 kontrollieren, indem man nacheinander beim Ver- stärker 1 Reı und Reg zieht (Abb. 30). C) 0©00 >, -— To™ © © a 8 9 10V 2 @xe@ 9 | (0) Abbildung Nr. 30 Beschaltung des EC-1-E als Addierverstärker für zwei Summanden und nach- folgenden Inverter 5.3 Die Integration einer Kontanten 3,6 V sollen über die Zeit integriert werden. Die Zeitkonstante der Integration soll so ge- wählt werden, daß bei einer Anfangsbedingung ua = o für t = o nach einer Sekunde am Ausgang — 3,6 V, nach 10 Sekunden — 36 V herrschen. Der Verstärker 8 wird als Inte- grator geschaltet mit einer Zeitkonstanten Re'Cg = 1 Sekunde. Der Kondensator Cg = 1 uF wird in die Gegenkopplungsdoppelbuchse, der Widerstand Re = 1M2 in die Ein- gangsdoppelbuchse gesteckt. Die zu integrierende Spannung wird wie unter 5.1 eingestellt und auf die zugehörige roteEingangsbuchse gelegt. Zur Auslösung der Integration dient der über den Ausgangsbuchsen des Verstärkers gelegene Relaiskontakt. Dieser, im Ruhestand geschlossene, Kontakt wird als Überbrückung des Verstärkers zwischen der roten Gitter- buchse und einer Ausgangsbuchse geschaltet. Die letztgenannte Verbindung kann auch über einen 19-mm-Brückenstecker an Stelle eines Schaltkabels erfolgen (Abb. 25). Diese Brückenverbindung ist bei den Verstärkern 2, 4, 6 und 8 möglich, deshalb sollten diese vorzüglich als Integratoren geschaltet werden! Durch Drehen des Schalters „OPERATE“ nach links auf „MANUAL“ beginnt die Integra- tion durch Öffnung des Relaiskontakts. Durch Rückdrehung des Schalters auf „RESET“ wird sie beendet. Die Integrationszeit darf übrigens nur solange dauern, bis die Ausgangs- spannung + oder — 60 V erreicht sind. Dann arbeitet der Verstärker nicht mehr. Am Meß- instrument und an dem an den Buchsen „OUTPUT“ angeschlossenen Oszillografen lassen sich die Integration als ein der Zeit proportionales Steigen der Ausgangsspannung beob- achten. 15 Durch Drehen des Schalters „OPERATE“ nach rechts wird der Relaiskontakt periodisch geöffnet und geschlossen. Die Periode läßt sich am Drehknopf „REPETITIVE RATE“ zwi- schen 0,1 und 15 Hz stetig einstellen. Den linearen Spannungsanstieg kann man dazu benutzen, den Kathodenstrahl des Oszillo- grafen zeitproportional nach rechts abzulenken und damit ein Kippgerät ersetzen. Will man beim periodischen Rechnen ein stehendes Bild auf dem Oszillografenschirm er- zielen, macht man zweckmäßigerweise von dieser Möglichkeit Gebrauch. Allerdings fällt dann ein Verstärker und ein Relaiskontakt für die eigentliche Rechenschaltung fort. Ab- bildung 31 zeigt die Schaltung des Verstärkers 8 als Kippintegrator. Die Kippgeschwin- digkeit wird den Klemmen IC 2 entnommen (v,). ) zum Oszillografen rn ig. luF N NOV er © N. Abbildung Nr. 31 Verstärker 6 und 8 als Integra- toren geschaltet Da man häufig alle IC-Spannungen für die Rechenschaltung benötigt, lohnt sich die An- fertigung eines Einsatzes nach Abb. 34, den man sich leicht herstellen kann und bei dem die notwendige Spannung einer kleinen Batteriezelle von 1,5 V entnommen werden kann. Die Kippgeschwindigkeit wird hier mit dem Potentiometer P eingestellt. 18V 3,6 -W x Abbildung Nr.32 Symbol der Schaltung, Abb. 31 16 Nun soll als Anfangsbedingung zur Zeit t = o die Spannung Uao = 18 V eingefiihrt werden. Wiederum sollen 3,6 V mit der Zeitkonstante 1 Sekunde integriert werden. Der Verstar- ker 2 wird wie oben geschaltet, nur wird an Stelle der Briicke zwischen einem Relaiskon- takt und dem Ausgang des Verstärkers die Spannung IC 3 = 18 V geschaltet, die wie unter 5.1 beschrieben, eingestellt und kontrolliert wird. Abbildung 31 zeigt die fertige Beschaltung des Rechners nebst der Integrationsschaltung für die Zeitablenkung auf dem Oszillografenschirm. Bild 33 zeigt den Verlauf des Ka- todenstrahls auf dem Bildschirm. Abbildung Nr.33 Schirmbild der Integration nach Abb. 31 Die Verstärkung der x- und y-Ablenkung des Oszillografen ist zweckmäßigerweise vor- her so einzustellen, daß das gewünschte Bild den Oszillografenschirm gut ausfüllt. Ist ein cm-Netz vorhanden, stellt man die Verstärkung des Oszillografen z. B. so ein, daß in der y-Richtung 1 cm & 5 V entspricht. Um den Fehler des Kondensators C, und des Wider- standes Re zu ermitteln oder deren genaue Zeitkonstante zu bestimmen, kann man diese auch mit Hilfe einer Stoppuhr ermitteln. Man wählt z. B. als Anfangsbedingung den zehn- fachen Spannungswert des Integranden und stoppt die Zeit vom Start bis zum Nulldurch- gang der Ausgangsspannung: dies ist die zehnfache Zeitkonstante! Abbildung Nr.34 Schaltbild eines steckbaren Ein- satzes zur Verwandlung des Verstärkers 8 als Kippintegrator a) Potentiometer 2M 2log+ b) 1,5 V Miniaturzelle c) Kondensator 0,5 u F d) Ux Ablenkspannung 17 6. Programmierung und Lésung von Aufgaben 6.1 Die Lösung eines linearen Gleichungssystems Die Lösung der folgenden Aufgabe zeigt in einfacher Weise, wie der Analogrechner Gleichungen nachbildet. Als Beispiel soll das lineare Gleichungssystem gelöst werden: 2x. ro y = Lov ox 3 y 210 Damit die Faktoren kleiner als 1 werden, formt man um: x/3 — y/5 = 14 x/5 — y/2 = 16 Man benötigt für die Lösung zwei Addierverstärker mit je drei Eingängen, 4 Spannungs- teiler für die Faktoren und 2 IC-Spannungen 14 und 16 Volt. Das Schaltschema für die Lösung zeigt Abb. 35. Die Lösung läßt sich mit dem Voltmeter an beiden Verstärkeraus- gängen messen (x = 30 V, y = 20 V). 1MQ. _Y a4 + ©X a a iR ba nie ba Abbildung Nr. 35 Lösungsschaltung eines linearen Gleichungssystems Die Gegenkopplungswiderstände sind hier übrigens wie auf Abb. 16 an den Abgriff des Spannungsteilers am Ausgang des jeweiligen Verstärkers gelegt. Die Doppelstecker für die Gegenkopplung läßt sich daher bei dieser Schaltung nicht verwenden. 6.2 Der schiefe Wurf Vorbemerkung: Wie in der Mathematik allgemein üblich, werden die Ab- leitungen nach der Zeit durch übergesetzte Punkte gekennzeichnet: y = dy/dt, y = d’y/dt?, y = d’y/dt? usw. Die Differentialgleichungen des schiefen Wurfes ohne Berticksichtigung des Luftwider- standes lauten: y--8 yO) =Vyo, y(0) =0 saat Gy x (0) = vg, x (0) = 0 Die Integrationsschaltung fiir die x-Koordinate ist mit der fiir die Zeitablenkung in Ab- schnitt 5.3 entwickelten identisch. Schaltung und Schema zeigen Abb. 36 und 37. Für die beiden Integratoren wurde die Zeitkonstante 1 Sekunde = 1uF'1MQ gewählt. Auf den Eingang des ersten Integrators wird eine negative Spannung des IC 1 gelegt: sie entspricht der Erdbeschleunigung g = 9,81 m/s?. Die Anfangsbedingung vy wird mit IC 2 eingestellt, und zwar ebenfalls als negativer Wert, da der erste Integrator das Vorzeichen umkehrt. Die Spannung IC 2 wird über den Relaiskontakt parallel zum Verstärker geschaltet. Am. Ausgang des Verstärkers 2 erhält man nach Öffnen des Relaiskontakts 1 eine vy ent- 18. [6 @* ’ ~My ‘ sprechende Spannung. Diese wird nun auf den zweiten Integrator geschaltet. Hier ist die Anfangsbedingung y (0) = 0, so daß der Kontakt 2 direkt über den Verstärker geschaltet wird. Am Ausgang erhält man die Koordinate y. IC2 ici "I 1Mn X Abbildung Nr. 36 Schiefer Wurf, Schaltschema |, X Abbildung Nr. 37 Schiefer Wurf, vereinfachtes Schema Wichtig zur Auswertung ist die Beachtung der Maßstäbe. Diese müssen so gewählt wer- den, daß der Verstärker im Rahmen der zu lösenden Aufgabe niemals übersteuert wird. Beispiele soll die Wahl der Maßstäbe erläutern: 1. Beispiel: Die Anfangsgeschwindigkeit eines unter einem Erhöhungswinkel von 45° abgeworfenen Körpers betrage 20 m/s, d. h. vy (0) = 14,1 m/s. Gesucht sind Wurfweite, Wurfhöhe ymax und Flugzeit tz. Versuchsweise wird angesetzt g = 9,81 m/s? £ 19,62 V, d.h. 1 m/s? & 2 V. Durch Multi- plikation mit der Zeitkonstante des ersten Integrators — 1s — folgt für den Geschwindig- keitsmaßstab 1 m/s & 2 V am Ausgang des ersten Integrators und 1m 22V am Aus- gang des zweiten Integrators. Der Rechenvorgang verläuft im natürlichen Zeitmaßstab, d. h. 1 Sekunde auf dem Rechner entspricht 1 Sekunde in der Natur. 19 Man stellt also folgende Spannungen ein: IC 1 (g) — 19,6 V, IC 2 (vy ) — 28,2 V und IC 3 (v, ) — 28,2 V. Bei einem Probelauf stellt man fest, daß der Integrator fiir die x-Koordinate am Ende der Parabelbahn übersteuert wird, während die beiden y-Integratoren innerhalb des zu- lässigen Spannungsbereiches bleiben. Es bleiben folgende Möglichkeiten: 1. Alle Maßstäbe werden halbiert. 1m/s? =1V, lm/s=1V, 1m=1V Damit wird der Aussteuerbereich in y-Richtung schlecht ausgenutzt. 2. Die x-Koordinate wird verktirzt. Nur der Maßstab der x-Kocrdinate wird halbiert, d.h. nur in x-Richtung wählt man lm/s=1V und 1m=1V. Nachteilig ist, daß das Bild der Parabel verzerrt wird, z. B. der Abwurfwinkel bleibt nicht erhalten. 3. Man gibt als Anfangsbedingung für x (0) =-20 m= — 40 V vor. Hierzu ist eine weitere einstellbare Spannung erforderlich. 2. Beispiel: Die Bedingungen sind wie beim Beispiel 1, nur beträgt vo =200 m/s. Da sich die Wurfweite verhundertfacht, könnte man z. B. den x-Maßstab und den y-Maß- stab des vorigen Beispiels auf ein Hundertstel verkleinern, d. h. am Eingang des ersten In- tegrators den Maßstab 1 m/s? = 0,01 V zu wählen. Das wäre jedoch sehr ungünstig, da sich bei dieser kleinen Spannung der Driftfehler zu stark auswirkt. Man kann z. B. bei beiden Integratoren durch je einen 10-MQ-Widerstand für Rebei 1 ur die Zeitkonstante der Integratoren auf 10 Sekunden zu erhöhen. Man erhält dann die Maßstäbe: 1 m/s? & 1 V am Eingang, 10 m/s © 1 V am Ausgang des ersten Integrators und 100m 2 1] V am Ausgang des zweiten Integrators. Die Integration läuft hier auch wieder unter der natürlichen Zeit ab. Nachteilig ist die hohe Zeitkonstante, die erhöhte Rechenfehler bewirkt. Daher ist es besser, den Zeitmaßstab zu ändern und den Rechenvorgang schneller ablaufen zu lassen als in Wirklichkeit. Hier ist der Fak- tor 10 angebracht, d. h. 1 Sekunde auf dem Rechner bedeutet 10 Sekunden in Wirklich- keit. Das erreicht man, indem man alle Zeitkonstanten auf den zehnten Teil verkleinert, d. h. in unserem Beispiel, die Zeitkonstante beider Integratoren von 10 Sekunden wieder auf 1 Sekunde herabzusetzen. Damit wird nur der Zeitmaßstab geändert, die übrigen Maßstäbe: Im/s®? 21V, 10m/s @1V und 100m = 1 V bleiben erhalten! 6.3 Darstellung eines Polynoms 4ten Grades Ein Polynom n—ten Grades: n y= >> an: rn o läßt sich durch aufeinanderfolgende Integrationen darstellen. Dies sei am Beispiel eines Polynoms vierten Grades gezeigt: y= ao— a *t— a2 t2— ag: t? — 24 t# Durch viermalige Differentiation folgt die Differentialgleichung mit den Anfangsbedin- gungen: a yY = 24 a4 fir t = 0 ist ¥ = 6 as, y = 29, y = a1, Y = Ao Hieraus folgt die Schaltung des Rechners (Abb. 38). Abbildung Nr. 38 Darstellung eines Polynoms 4. Grades 20 6.4 Die lineare Differentialgleichung erster Ordnung Die lineare Differentialgleichung erster Ordnung mit Störfunktion: Sey ae läßt sich mit einem Integrator lösen, wenn a negativ ist (Abb. 39). Die Störungsfunktion muß, wenn sie keine Konstante ist, einem Funktionsgeber entnommen werden. Für den wichtigen Fall einer Sinusfunktion kann diese mit dem EC -1E selbst nach Abschnitt 6.5 erzeugt werden. -bft) i Yo > a =f Y Y -a ay y Abbildung Nr. 39 Lineare Differentialgleichung Abbildung Nr.40 Lineare Differentialgleichung erster Ordnung erster Ordnung Für positive a ist ein Inverter vorzuschalten (Abb. 40). Diese Schaltung dient mit b = 0 zur Kontrolle der Stabilität des Verstärkers. Mit y (0) = 0 ergibt sich die labile Lösung y = 0, die beim Auftreten einer kleinen Driftspannung sofort in die Exponentialfunktion y = yo‘ exp (a‘t) umschlägt. Die Zeit vom Öffnen des Relaiskontakts bis zu einem be- stimmten y-Wert (z.B. y = 10 V) ist ein Maß für die Drift. 6.5 Die lineare Differentialgleichung zweiter Ordnung Die Differentialgleichung eines gedämpften Feder-Masse-Systems (Abb. 41) lautet: m’y=—e'y—p'y mity(0) = yo y (0) = 0 tialgleichung 2. Ordnung mit drei Koeffizienten- potentiometern (Koeffizienten und Maßstäbe nach Beispiel) : (0,1kg") (10%) (0,1s)} 0 (13) (0,1s)|¥% (0,1m) y Cc (10088) | (10008) m A, = | | P Abbildung Nr. 42 Schaltungsschema für Differen- Abbildung Nr. 41 Federpendel mit Dämpfung Der Gang der Programmierung ist folgender: Man nimmt ¥ als gegeben an und integriert zweimal, das erste Mal mit 0, das zweite Mal mit y,als Integrationskonstante. Man erhält am Ausgang des ersten Integrators (V 2) —y, am Ausgang des zweiten Integrators (V 4) y (Abb. 42). Durch einen Inverter (V 3) erzeugt 21 man sich + y. y multipliziert man mit dem ersten Potentiometer mit p, y multipliziert man mit dem zweiten Potentiometer mit c. Die abgegriffenen Werte addiert man mit V 1 und erhält — (p'y + c' y). Das ist aber gerade m ¥. Man verbindet also den Ausgang von V 1 mit dem dritten Potentiometer und multipliziert mit 1/m. Dieser Wert ist aber ¥ und er wird mit dem Eingang von V 2 verbunden. Damit ist die Lösungsschaltung voll- ständig und beim Öffnen der Relaiskontakte zeichnet der Oszillograf die Lösung. Einen Verstärker und ein Potentiometer kann man sparen, wenn man die Schaltung Abb. 43 wählt. Hier wird allerdings auf die Darstellung von ¥ verzichtet. Auch lassen sich die Kontanten m, p, c nicht mehr getrennt, sondern nur in der Form p/m und c/m ein- stellen. Abbildung Nr. 43 Schaltungsschema für Differen- O Y tialgleichung 2. Ordnung mit zwei Koeffizienten- 0 potentiometern P c m m Außer der Darstellung y = f (t) auf dem Oszillografenschirm, b