Analog Computers

Reference / Paper · 1972

Versuchsbeschreibungen: Summierung und Integration mit dem Analogrechner (Versuche 2)

Read the PDF (20 pp) ↗ Read the English translation →

A January 1972 set of structured laboratory exercise guides (Versuchsbeschreibungen) for the PEK analog computer system, covering three experiments: summation with the analog computer (Experiment II), integration (Experiments II/III), and solving an integral equation. Each exercise provides a circuit description, required modules list (types 38013, 38501–38509), step-by-step measurement procedure, and data tables for recording results. Intended for students learning to configure the PEK modular analog computer's program panel for basic mathematical operations.

Manufacturer
PEK
System
PEK Analogrechner (modules 38013, 38501–38509)
Year
1972
Type
Reference / Paper
Language
German
Learning track
specific applications
Pages
20
  • PEK Analogrechner (modules 38013, 38501–38509)
  • PEK
  • summation
  • integration
  • laboratory exercises
  • analog computer programming

← Back to the Reference Library

Versuchsbeschreibungen: Summierung und Integration mit dem Analogrechner (Versuche 2)

P(E)K ELECTRONIC Versuchsbeschreibung Allgemeines: Die allgemeinen Grundlagen für die Versuche mit dem Summierer sind bereits in der Ubung "Summenbildung mit dem Analogrechner I" (Versuch A 1353.1) behandelt worden. Es wird auf eine Wiederholung verzichtet. Bei der nachstehenden Aufgabe ist die Art der Vorgehensweise bei der Behandlung genau entgegengesetzt im Vergleich zu der oben genannten. Es ist eine Schaltung gegeben, die Formel für diese Schaltung ist abzuleiten, und dann der Aufbau des Versuchs zur Kontrolle der Formel zu tätigen. ur 2. Uref 3. Aufgabe Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Ausgangsspannung U _ und der Eingangsspannung U, in der in Bild 1 dargestellten o 1 Rechenschaltung? Schaltung Die Rechenschaltung ist nachstehend in Bild 1 angegeben. co 1 bo 1 f ’ co 1 _ Bild 1 Uo do 10 j Zu untersuchende Oo X 9—t10 — Rechenschaltun a\__/s u (1) g Geräte Es sind folgende Platten des Rechners zu verwenden: 1 Stromversorgung Typ 36013 1 Potentiometer Typ 38501 1 Summierer I Typ 38502 1 Programmierfeld Typ 38506 1 MeBinstrument Typ 38508 1 Bedienung und Steverung Typ 38509 (Nur wegen der Referenz- spannungen Januar 1972 A 1353.2 - 5.1 Versuchsdurchführung 4.1 Schaltung Nach Bild ist die Zusammenschaltung auf dem Programmierfeld 4.2 4.3 4.4 9? Aqua, 794 775? 1? +7 05 x G / (jp. B ? vorzunehmen. Von der Referenzspannungsquelle werden die Span- nungen abgenommen und dem Potentiometer zugeführt. Die Teil- spannung am Abgriff (Schleifer) s des Potentiometer kommt an den einen Eingang (10) des Summierers. Zusätzlich wird der Aus- gang mit einem Eingang verbunden. Es findet also eine Rück- führung statt. Das bedeutet, daß die Eingangsspannung an dem betreffenden Eingang den gleichen Wert hat, wie die Ausgangs- spannung Us: Aufstellung der Gleichung Stellen Sie die für diese Schaltung geltende Gleichung auf, und lösen Sie sie nach der gesuchten Ausgangsspannung U auf. Kontrollieren Sie die aufgestellte Gleichung durch Messungen. Setzen Sie für die Eingangsspannung U, folgende in der Tabelle angegeben Spannungen ein und tragen Sie die errechnete und ge- messene Ausgangsspannung U, ein. (Alle Werte in Volt). U, | +2 +0,2| +0,1} 0 |-0,1| -0,2 | -0,5| -1 | -2 1 U Q +0,5 Zeichnen Sie die so gewonnenen Werte auf Millimeterpapier mit einer Einteilung nach Bild 2 10 8 + 64 9 4+ 2 - Us — -10 +———_+ + + +10 0 05 1 15 2 © Januar 1972 A 1353.2 - 5.2 P(E)K ELECTRONIC Versuchsbeschreibung Allgemeines Der Integrierer ähnelt in seinem Aufbau und seiner Schaltung dem Summierer. Im Gegenkopplungszweig befinden sich jedoch Kondensatoren statt der Widerstände. Das Prinzip ist in Bild 1 dargestellt. Da auch der Integrierer mehrere summierende Ein- gänge hat, ist es möglich mehrere Werte (Spannungen), die ihrer- seits mit Faktoren multipliziert sind, zu addieren und gemeinsam zu integrieren. Die Integration erfolgt über der Zeit. R1 i lo e . IR og BEL) Ken ee = IH Bild1: Prinzip des | ae 7 Integrierers 2 RR na Is Zu ER: R3 > U3 13 {_} ~O co Uo Nimmt man an, daB eine sehr hohe Leerlaufverstärkung (open loop) am Punkt S praktisch keinen Strom flieBen läßt, so kann man Ein- gangs- und Ausgangsströme getrennt behandeln und es ist ij tin+in = i, In Spannungen ausgedrückt ergibt sich unter Berücksichtigung jedes Augenblickzustandes: 1,2,.3 -. WY Ry Ro Ry dt Man kann diese Gleichung nach du, auflösen und auf beiden Seiten integrieren, damit ist: un (k, u, + ko un + Ky Us) dt + Un Die Faktoren k bedeuten dabei: 1 1 1 ky =o" > kyo =om ii Ken 1* RC 2 = RoC 3 * RAC Januar 1972 A 1354 - S.1 Jede Integration ergibt eine Integrationskonstante. Hier ist es der Anfangswert, d.h. also die Spannung Un Sie besteht bereits zum Zeitpunkt t = O am Ausgang, d.h. für t=O ist U = U o A Sie wird symbolisch in das Inhaltsbild des Integrators eingezeichnet, so daß sich ein Symbol nach Bild 2 ergibt. a CF SEF : Bild 2: Symbol fUr Integrierer Seema sere eee ee TG eed nn —— Der Integrierer hat mehrere Eingänge, deren Wertigkeit 1 bzw. 10 beträgt. Die Eingänge mit der Wertigkeit 10 besitzen 1/10 des des Eingangswiderstandes R der Eingänge mit der Wertigkeit 1. Der absolute Wert der Eingänge ergibt sich erst in Verbindung mit dem verwendeten Kondensator C. Der Kondensator C kann auf der Platte 38503 bei den Integrierern I 1 bis I 3 aufgesteckt werden, wobei die Größe beliebig gewählt werden kann. Die Größe des jeweiligen Kondensators richtet sich nach der Aufgabe. Bei Verwendung eines X-I-Y-Schreibere wird man mit größeren Zeitkonstanten arbeiten, so daß man C = 10 pF wählt, bei repetierenden Betrieb mit Sichtgerüt mit dem 1000ten Teil, nämlich 10nF. Es ist zu beachten, daß auch hier, wie beim Summierer, alle Ausgangswerte invertiert gegen die Eingangswerte erscheinen. Anfangsbedingung Für die Anfangsbedingungen ist eine besondere Eingangsschaltung vorgesehen, die zwischen einem Anschlußpunkt (g) und dem Ausgang (f) liegt. Sie besteht aus zwei Widerständen Rae die gleich groB sind. Dadurch wirkt der Integrierer als Summierer, bzw. als Ver- stärker 1 : 1, wobei der Punkt zwischen den beiden Widerständen an den Eingang (Summierpunkt) gelegt wird, und alle anderen Eingänge abgeschaltet werden. Im Nichtbenutzten Zustand wird der Abgriff an Masse gelegt, damit sich die Belastungen von zugeführter Spannung und Verstürker- bzw. Integriererausgang nicht ündern, wenn man umschaltet. Januar 1972 A 1354 - S.2 P(E)K ELECTRONIC Die vier Betriebsarten Für die Integrierer sind vier Betriebsarten vorgesehen, die umgeschaltet werden können. Es sind dies: (1) Einstellen ; Anfangswert U liegt am Eingang (g) (2) Rechnen; Die Eingänge Uber (a) bis (e) liegen am (3) Pause : Summierpunkt Der Eingang ist offen (4) Automatischer Betrieb: Steuerung der oben genannten Möglichkeiten über einen Multivibrator Die Grundschaltung des Integrierers ergibt sich auf Grund der oben genannten Möglichkeiten zu Punkt (1) bis (3) nach Bild 3. S1 Ra (1) Bild 3: i U1- US des Integrierers de C @2aoaoa IL IT S! Ra Ra (3) Einstellmöglichkeiten für die Eingangsschaltung Um diese Arbeitsmöglichkeiten zu bedienen oder gar zu automati- sieren, ist eine Fernsteuerung vorgesehen, die an Stelle der Schalter S 1 und S 2 hochwertige Relais setzt. Die Bedienung der Relais erfolgt von der Platte 38509 "Bedienung und Steuerung" nach folgendem Schema: Nr.| Vorgang Relais Kontakte S, |Relais Kontakte S A,C,E,G, entsprechend] B,D.F,H [entsprechend Bild Bild 1 Einstellen Angezogen (1) Angezogen (1) (Anfangswerte) 2 Rechnen Stromlos (2) Stromlos (2) Pause Angezogen (3) Stromlos (3) 4 Automatisch Abwechselnd (1) und (2) Bild 3 (2) entspricht der Schaltzeichnung im stromlosen Zustand der Relais (nach üblicher Darstellungsart). Januar 1972 A 1354 - 5.3 Für den Zustand "Pause ist noch zu beachten, daß durch den hohen Eingangswiderstand des Rechenverstürkers der Kondensator fast nicht entladen wird. Er behält also seine Ladung bei und damit bleibt die Ausgangsspannung bestehen. Da die als ideal angenommenen Verstärkungseigenschaften natürlich nicht vollkommen ideal sind, kann dieser Zustand nicht beliebig lange erhalten bleiben, ohne daß die Ausgangsspannung sich langsam verändert. Aber es kann für einige Minuten der Wert beibehalten und abgelesen werden. ls Aufgabe Man entwerfe die Rechenschaltung zu folgender Gleichung: a = 6V U, = ¥ (2u, 10 Uy) dt + Wegen der Umkehreigenschaft des Verstärkers wird zur besseren Übersicht das Vorzeichen vor das Integral herausgezogen € Uo = - [2 u, + 10 Uy) dt +6V 2. MeBschaltung | Bild 4 zeigt die vollständige MeBschaltung. Auf Platte 38503 steckt man beim Integrierer I, einen Kondensator C = 10p. ein. s a 4 Uref A, m 1 ; Pi [st] 0 + ureto-( 0% )* 10 Ua P2 3. Geräte 1 Stromversorgung Typ 1 Potentiometer Typ 1 Summierer I Typ 1 Integerierer Typ 1 Programmierfeld Typ 1 Meßinstrument Typ 1 Bedienung und Steuerung Typ 1 Kondensator Typ 1 X-Y-Schreiber Typ Januar 1972 U2 6V S [11] f 0 a PS Ue O-++-0 Dr C= uf Bild4: Rechenschaltung 36013 38501 38502 38503 38506 38508 38509 39113, 10 5959 IF A 1354 - 5.4 P(E)K ELECTRONIC 4. Versuchsdurchführung 4.1 Schaltungsbeschreibung_ Um die Schaltung nach Bild 4 zu realisieren, müssen Multipli- kationen mit Koeffizienten, eine Umkehr des Vorzeichens und eine Integration mit gleichzeitiger Summierung durchgeführt werden. Die beiden Spannungen u, und u, sollen in diesem Versuch als Gleichspannungen U, und U, aus der Referenzspannung gewonnen werden. Damit man sie für die Versuchsdurchführung verändern kann, werden sie Uber Potentiometer zugeführt. Um sowohl positive als auch negative Spannungen für den Versuch anwen- den zu können, werden die Potentiometer P 1 und P 2 verwendet. An deren Abgriffen s liegen dann die eigentlichen "MeB"-Span- nungen u, bzw. U, und u, bzw. U,. Entsprechend der Aufgaben- stellung muß die Spannung u, im Vorzeichen umgekehrt werden. Hierzu wird der Summierer S 1 mit Einstellung einer Ver- stärkung 1 am Eingang a verwendet. Die negative Spannung u wird jetzt am Eingang des Integrierers I 1 zugeführt. Da der Koeffizient 2 verlangt wird, werden die zwei Eingänge a und b parallel geschaltet. Dem Potentiometer P wird die Spannung u, entnommen. Entsprechend der Aufgabenstellung wird diese ebenfalls dem Integrierer zugeführt, hier aber wegen des Faktors 10 dem Eingang e. Die Zeitkonstante des Integrierers wird durch den steckbaren Kondensator C bestimmt, wobei hier die Kapazität mit 10 uF gewählt wird, um den Vorgang auch mit einem Meßinstrument beobachten zu können. Am Ausgang des Integrierers liegt daher das Analoginstrument. Um auch die gewünschte Anfangsbedingung U,= 6 V einstellen zu können, nimmt man als weiteres Potentiometer P 5, an dessen Zuleitung a man die negative Referenzspannung -U legt. Diese wird durch Einstellung des Koeffizienten = 0,6 zu U. - 6 V vorgegeben. Diese Spannung muß nachgemessen werden! 3 4.2 Messungen Bevor die Messung erläutert wird, soll Uberlegt werden, wie der zu erwartende Vorgang aussieht. Die Anfangsbedingung lautet U, = 6 V. Der Start der zu erwartenden Funktion erfolgt also bei einer Ausgangsspannung von 6 V. Schaltet man dann auf die Gesamtschaltung um, wird sich je nach den Werten der beiden Eingangsspannungen U, und U, (Hier Gleichspannungen), d.h. nach dem Aufgeben eines Rechtecksprunges mit dem Wert wr = 10 U, - 2 U, Januar 1972 A 1354 - S.5 die Integration ergeben. Die Integration einer rechteck- förmigen Funktion ist in Bild 5 dargestellt. \ Uges, | Ua Pe Eingangsspannung | | El, ers me m un rier an) eee er | | | sa Ausgangsspannung | N Ob a 2... nn Bild 5 Integration eines Rechtecksprunges 4.3 Einstellung von Meßwerten für die Spannungen U, und Up. Wenn man die Spannungen für diesen Versuch auswählt, muß man berücksichtigen, daß die Schaltungselemente nicht Uberstevert werden dürfen. An keiner Stelle und zu keiner Zeit der Messung darf irgend eine Spannung dem Betrag von + 10 V übersteigen. Bei der Integration ist das von besonderer Bedeutung , weil im Verlaufe der Zeit automatisch eine Spannungserhöhung ein- tritt, wie aus Bild 5 hervorgeht. Man wähle für den ersten Versuch folgende Spannungen: U, =-6V Wie hoch ist die gesamte Eingangsspannung U i ges 4.4 Rechnungsdurchführung Man stelle an der Platte "Bedienung und Steuerung" den Schal- ter auf "Einstellen". Die Spannung Uy liegt jetzt am Eingang. 4.4.1 Anfangsbedingung Man messe die Ausgangsspannung U_ (Anfangswert). o 4.4.2 Messung Man schalte nach Prüfung der Werte der Eingangs- der Ausgangs- spannung bzw. dem Anfangswert: den Umschalter auf der Platte "Bedienung und Steuerung" auf die Stellung "Rechnen". Januar 1972 A 1354 - S.6 P(E)K ELECTRONIC Man beobachte das MeBinstrument, welches nunmehr vom Anfangs- wert ausgebend sich zeitproportional ändert. Bei einem Wert etwas unterhalb +10 V oder -10 V schalte man auf "Pause" und lese den Endwert ab. 4.4.3 Zeitmessung Es ist interessant, bei der einfachen Messung mit dem Meß- instrument auch eine Zeitmessung durchzuführen. Zu diesem Zweck nehme man eine Uhr nit Sekundenzeiger (Stoppuhr) und messe jeweils bei bestimmten Zeiten die Spannung. Die Werte trage man in eine Tabelle ein. Uo | V Tabelle 1 der t Is || 0 1 2/3 44 5 gemessenen Werte 4.4.4 Aufzeichnung der Kurve Man trage die Werte der Tabelle in ein Koordinatensystem ein und zwar die Ausgangsspannung als Funktion der Zeit. Welche Kurvenform muß sich ergeben? An welchem Punkt des Koordinatensystems muß sie anfangen? 4.4.5 Man betrachte den zeitabhänigen Vorgang nochmals und erhöhe während der Spannung am Ausgang die Eingangsspannung U schlagartig (z.B. Verdoppelung). Dies ist unter Zuhilf = nahme eines weiteren Potentiometers (P3) leicht möglich. Die Ausgangsspannung soll mit dem X-Y-Schreiber aufgenommen werden. Januar 1972 A 1354 - S.7 P(E)K ELECTRONIC Versuchsbeschreibung Lösung einer Integrationsaufgabe mit dem Analogrechner Allgemeines Die ausführlicheren Angaben über die Wirkungsweise des Inte- grierers findet man in der Versuchsanleitung A 1354, sodaß diese Ausführungen hier nicht wiederholt zu werden brauchen. Ts Aufgabe Man entwerfe eine pecharwene hun fur folgendes Problem: ° u = 0,9 Uy - 132 Uy + ICE, Uz - 0,85 v4) dt Zum leichteren Entwurf wird auch hier wieder zuerst ein Minuszeichen herausgezogen: U5 = «{~0,9 u, + 12 Us - vu) € mit u, - [05 Uz - 0,85 u,) dt Die MeBschaltung Unter Analyse der oben aufgestellten Gleichung soll die Meß- schaltung selbst entworfen werden, so,daß sie im Programmier- feld programmiert werden kann. MeBschaltung und Analyse sind daher in diesem Fall im Lehrerteil angegeben. Man beachte hier, daß die Koeffizienten zur Lösung der Aufgabe den Potentiometern entnommen werden müssen. Zur übersichtlichen Lösung der Aufgabe, sollte man die einzugebenden Spannungen da- her externen Versorgungsgeräten entnehmen. Da die Spannungen sowohl Gleichspannungen als auch Wechselspannungen beliebiger Kurvenform sein können, sind sie in der oben angegebenen Glei- chung mit kleinen Buchstaben bezeichnet. 3. Geräte 1 Stromversorgung Typ 36013 1 Potentiometer Typ 38501 ‘1 Summierer I Typ 38502 1 Integrierer Typ 38503 1 Programmierfeld Typ 38506 1 MeBinstrument Typ 38508 1 Bedienung und Steverung Typ 38509 1 Oszillograf Typ 2002 1 Kondensator Typ 39113, 10 pF Januar 1972 ~ A 1355 - S.1 P(E)K ELECTRONIC 4.2 Stecken Sie die Lösung der Aufgabe, d.h. die Schaltglieder die Sie für die angegebene Gleichung gefunden haben, auf dem Programmierfeld. 4.3 Wählen Sie für die Spannungen u, bis u, zunächst vier Gleich- spannungen so aus, daß an keiner Stelle der Schaltung die zu- lässige Höchstspannung von +10 V erreicht wird. Bevor Sie den Netzteil 36013 einschalten, stellen Sie den Um- schalter auf der Platte 38509 in die Stellung Anfangswerte. Hier können schon die ersten Messungen gemacht werden. 4.4 Messen Sie die Spannungen einschließbar der Polung - bei Masse als Bezugspunkt - an allen Stellen der Schaltung (außer Integration) für eine Reihe von Gleichspannungswerten y mi gi gel Tragen Sie diese Werte in eine Tabelle 1 mit nachstehenden Muster ein. Tabelle 1 (Meßwertetabelle) IMessung U, U, U, Uy Nr. 1 2 Nunmehr bereiten Sie sich auf die Messung der Werte ein- schließlich Integration vor, wobei die Werte, die Sie in Tabelle 1 eingetragen haben, bleiben. Es empfiehlt sich, für die Messung den Oszillografen Typ 2002 zu verwenden, um die Ablesung zu erleichtern. Der Schalter für die Bedienung und Steuerung ist auf "Auto- matisch" zu stellen. Ermitteln Sie für die in Tabelle 2 ange- gebenen Werte am Oszillografen die gefragten Spannungen. Nach jeder Messung einer der 4 Meßreihen, muß der Schalter zunächst auf "Pause" geschaltet werden, wobei man die End- werte der Rechnung ablesen kann. Dann wird wieder auf "An- fangswert" geschaltet. Die neuen Werte für u, bis u, wer- den eingestellt. Nach dem erneuten Umschalten aus ‘Rechnen" werden die weiteren Werte bestimmt, bis die geforderte Rech- nung abgeschlossen ist. Januar 1972 A 1355 - S.3 Tabelle 2 (Zeitlich veränderliche MeBwerte) IMessung -U, =~ 4.5 Fur Fortgeschrittene: Es ist natürlich wesentlich interessanter, mit zeitlich veränderbaren Spannungen entsprechend zeitlich veränder- lichen Größen zu arbeiten. Es wird empfohlen, insbesondere die Spannungen u, oder U4 als Wechselspannungen z.B. Sinus-Spannungen zu wählen. Man muß dann innerhalb der Schaltung mit dem Oszillografen Phasenumkehr bzw. bei beliebigen Wechselspannungen Negation und die durch die Integration auftretenden Kurvenformände- rungen (bei Sinus - Phasen - Verschiebung um 90 Py beobachten. Die Integrationszeitkonstante ist gegebenenfalls zu ändern. Januar 1972 A 1355 - 5.4 P(E)K ELECTRONIC Versuchsbeschreibung Anwendung eines Parabelmultiplizierers Allgemeines Unmittelbares analoges Multiplizieren zweier variabler Größen ist ohne erheblichen Aufwand nicht möglich. Es müssen deshalb über Umwege Möglichkeiten gefunden werden, die zwar anscheinend verkomplizieren, tatsächlich jedoch zu verhältnismäßig einfachen Anordnungen führen. Die einfachen Formeln u” + 2 ab + we (a - Ne = ae - 2 ab + b und ihre Differenz, in der die quadratischen Glieder entfallen, und nur das Produkt Ubrig bleibt, zeigen einen Weg auf. (a + B)* und Für den Einsatz im Analogrechner ergibt sich dann für die bei- den variablen Spannungen u und Uy folgende Grundformel: — Pi 2 2 Up" %=G" (u, + Uy) - (u, - Uy) Eine Quodrierung erfolgt bekanntlich über ein Netzwerk aus Dioden und Widerständen, welches eine Parabel nachbildet. Man kann als Parabelmultiplizierer die Kombination vierer solcher Netzwerke für alle 4 Quadranten bezeichnen, Die moderne integrierte Technik erlaubt heute auch die Herstel- lung integrierter Parabelmultiplizierer. Die nachstehenden Aus- führungen gelten gleichermaßen für den Aufbau mit diskreten Bau- elementen oder mit integrierten Analogbausteinen. Zur Darstellung, der angegebenen Gleichung ist außer der Quadrierung auch noch eine Subtraktion und Addition erforderlich. Es müssen da- her aus den angegebenen Eingangsvariablen u, und vu, noch die invertierten Variablen -u, und -u_ gebildet werden. Daraus müssen die Summen und Differenzen selbst gebildet werden. Da die Summen und Differenzen je nach den Eingangsgrößen selbst wieder positiv oder negativ werden können, sind jeweils zwei Zweige zum Quadrieren vorgesehen. Es tritt immer der Kreis in Aktion, an dem eine positive Spannung entsteht. Der andere wird nicht benutzt. " Die folgende Blockschaltung Bild] zeigt den Aufbau der Gesamt- schaltung des Parabelmultiplizierers. Januar 1972 A 1356 - S.1 U4 U2 In der analogen Rechentechnik stellt man diese Schaltung immer als Block dar. Bild 2 zeigt die Symbole eines solchen Multipli- zierers mit den beiden Eingangsspannungen Uy und Uy und der Aus- gangsspannung u_. U4 -U4 “ U2 VI o—~+ -(U4 -U2) -(U,-U2) U2 — Bild2 Schaltzeichen für einen Multiplizierer Januar 1972 Fi | +(U,+U2 ) Ua Multipli- zierer I nn. 4 Netzwerke oder integr. Kreise Multipli- zierer I Multipli- zierer I op Multipli- zierer NV Ua — Bild 1 Prinzip eines diskret aufgebauten Para bol -Multipli- zierer A 1356 - S.2 P(E)K ELECTRONIC Bei der Multiplikation muß ebenfalls überlegt werden, daß die Endspannung den Betrag 10 V nicht überschreiten darf. Man muß daher einen Faktor einrechnen, den man mit 10 annimmt. Da man am Eingang jeweils eine maximale Spannung von +10 V hat, würde eine Multiplikation + 100 V ergeben. Man teilt daher durch ge- eignete Schaltungsmaßnahmen durch 10 V. Damit ergibt sich am Ausgang wieder eine Spannung von betragsmäßig maximal 10 V, die das Produkt der Eingangsgrößen repräsentiert. Es ergibt sich also für jeden Wert: 10 V Man nennt diese Division die Einführung eines Maßstabsfaktors in diesem Fall als Faktor betrachtet k = (10 v)7! Januar 1972 A 1356 - S.3 1. Aufgabe Man entwerfe eine Schaltung für die Beziehung: Hier sei noch als Hinweis gegeben, daß man im Falle des Quadrierens beide Eingänge parallel schaltet, weil u "9 also ist u = u, = Uo =U 2. MeBschaltung Die Rechenschaltung ist durch die Anwendung eines Quadierers allein schon gegeben und stellt sich nach Bild 3 dar. PM 1 A a | C (1) 4 M : b se F “Ure Bild 3 3. Gerüte Rechenschaltung 1 Stromversorgung Typ 36013 1 Potentiometer Typ 38501 1 Parabelmultiplizierer Typ 38505 1 Programmierfeld Typ 38506 1 MeBinstrument Typ 38508 1 Bedienung und Steuerung Typ 38509 (wegen der Referenz- spannung) 4. Versuchsdurchführung Dieser Versuch dient auch gleichzeitig der Überprüfung des Parabelmultiplizierers. Man nehme als Spannung hier zunächst wieder Gleichspannungen eh Diese Spannung entnimmt man einem Potentiometer, das an die Referenzspannungen +10 V und - 10 V angeschlossen ist. Durch geschickte Veränderung beider Variablen kann man das Ergebnis mit richtiger Polung ablesen. Man nehme den Faktor K (nicht zu verwechseln mit dem Faktor k =(10 V) -! mit einem Wert K = 1 an, so daß sich eine einfache Maßstabsbeziehung ergibt. Januar 1972 A 1356 - S.4 ee p(®)K BECTRONIC 4.1 Andere die Eingangsspannung u in den in nachstehender Tabelle angegebenen Werten von +10 V bis - 10 V und trage die gemessenen Ergebnisse in die nachstehende Tabelle 1 ein. Tabelle 1 (Quadrierung) U +10} +9 | +8 +7 +6 +5 | +4 | +3 | +2| + 0 U a Ue -1 -2 | -3 -4 -5 -6 | -7 | -8 |-9| -10 U a alle Werte in Volt 4.2 Stelle die sich ergebende Kurve in nachstehendem Maßstabs- blatt (Bild 4) ein Ua 10 DD @ F MH DW NI © —_ -10 -8 -6 -4 -2 2 4 6 8 10 Bild 4 Ergebnis der Quadrierung Ue Januar 1972 A 1356 - S.5 4.3 Mulitplikation Mache nunmehr die beiden Eingangsspannungen Uy und u nicht mehr im Vorzeichen gleich, sondern setze jeweils u] = “Uy = UL , Andere die Eingangsspannungen nach der erforderlichen Schal- tungsänderung über zwei Potentiometer (keine Invertierglie- der verwenden!). Trage die Werte in folgende Tabelle 2 ein. Tabelle 2 un +10 | +8 +6 +4 | +42; 0]| -2 |] -4| -6 | -8 -10 Us -10 | -8 =f -4/ -2/ 0] +2 | +4 | +6 | +8 | +10 U a Alle Werte in V 4.4 Stelle die sich ergebenede Kurve in nachstehendem Maßstabs- blatt dar, wobei die Einteilung selbst gefunden werden soll. la Bild 5 Ergebnis der Rechnung Ue =1U,I=1U; | Januar 1972 A 1356 - S,.6