Analog Computers

Manual / Guide

Zweistrahloszillograph OMS 811 (Abschnitt 10)

Read the PDF (14 pp) ↗ Read the English translation →

Section 10 of a larger Telefunken analog computer system manual covering the OMS 811 dual-beam oscilloscope (Zweistrahloszillograph). Describes the instrument's purpose (display of analog computer output voltages up to 100 V), mechanical construction as a 19-inch rack slide-in unit, plug-in component population (amplifier units A-SV1A, switch units SP2A, sawtooth unit A-KM1, DN13-14 dual-beam CRT), electrical circuit design including power supply, high-voltage generation, input amplifiers, electronic channel switch, and maintenance/repair guidance.

Manufacturer
Telefunken
System
OMS 811
Type
Manual / Guide
Language
German
Learning track
machine reference
Pages
14
  • OMS 811
  • Telefunken
  • oscilloscope
  • dual-beam CRT
  • analog computer peripherals
  • maintenance

← Back to the Reference Library

Zweistrahloszillograph OMS 811 (Abschnitt 10)

Abschnitt 10 Zweistrahloszillograph OMS 811 INHALT 10. 10, 10. 10. 10. 10. 10, 10. 10. 10. 10. 10. 10. 10. 10. 10. 10. 10. CPP RSPR RR RRR Ow N m N FPWOONDUPRWNH Zweistrahloszillograph OMS 811 Verwendungszweck Wirkungsweise Aufbau und Bestückung Mechanischer Aufbau Bestückung Elektrisches Konzept Stromversorgung Hochspannungserzeugung Siebsteckeinheit SB1A Eingangsverstärker Kompensationseinrichtung Elektronische Umschalter SP2A Kippstufe-Steckeinheit A-KM1 Direkte Helltastung für Einkanalbetrieb Ablenkverstärker Anzeigeröhre Wartung und Instandsetzung VERZEICHNIS DER BILDER Bild 10.3.1 Bild 10.4.2 Zweistrahloszillograph OMS 811 als Einschub Oszillator und Hochspannungsteil Seite 10-1 10-1 10-1 10-3 10-3 10-5 10-5 10-6 10-8 10-8 10-8 10-8 10-9 10-9 10-10 10-10 10-11 10-3 10-7 Zusammenfassung der in der nachfolgenden Beschreibung des Zweistrahloszillographen OMS 811 genannten bzw. für Wartungs- arbeiten benötigten Unterlagen: Zeichnung Nr. 55.3007, 55. 3007, 55.3007, 55.3007, 55.3005. 55.3005, 55.3005, 55.3005, 55.3040, 55.3040, 100-00 026-00 108-00 109-00 059-00 060-00 521-00 524-00 876-00 890-00 (OMS 811) (Hochspannungsteil) (Leiterplatte 1) (Leiterplatte 2) (SP2A) (SB1A) (H-GR1) (H-KS1) (A-KM1) (A-SVIA) ze ET 10. 10.1. Verwendungszweck 10.2, Wirkungsweise ZWEISTRAHLOSZILLOGRAPH OMS 811 (Zeichnungs-Nr. 55. 3007. 100-00) Der Oszillograph OMS 811 dient zur Anzeige und Auswertung der Rechenergebnisse von Analogrechnern mit einer Rechen- spannung bis zu 100 Volt, vornehmlich bei repetierendem Betrieb. Er ermöglicht die gleichzeitige, unabhängige Anzeige in Abszissen und Ordinaten von zwei Rechenergebnissen. Seine Eingänge sind beliebig kombinierbar (Vierkanalbetrieb). Der OMS 811 wird im Aufnahmeplatz 5 des RA 770 B entsprechend Bild 1.1/2 (s. Abschnitt 1) untergebracht. Die anzuzeigenden Spannungen werden an die Eingangsbuchsen X, Xa, Yı und Ya geführt, wobei positive Spannungen den Elektronenstrahl nach oben (+Y) bzw. nach rechts (+X) ab- lenken. Jedem Eingang ist ein driftkompensierter Verstärker (A-SV1A) nachgeschaltet. Der Eingangswiderstand der Ver- stärker beträgt konstant 50KQ. Zur Einstellung des Verstär- kungsgrades dient eine in sieben Stufen umschaltbare Rück- führung. Die Verstärkerfehler hinsichtlich Linearität und Nullpunktkonstanz sind © 0, 2%. Zur Erzielung einer hohen Auswertegenauigkeit dienen 4 Zehn- gang-Präzisionspotentiometer, an denen eine Kompensations- spannung mit einem Fehler von = 0,2% abgegriffen wird. Der Zweistrahleffekt wird durch elektronisches Umschalten der Verstärkerausgänge X| und Xg bzw. Y,; und Yo auf das Ab- lenksystem erziehlt (SP2A). Die Schaltfrequenz beträgt ca. 50kHz, Sie wird durch Frequenz- teilung eines 100 kHz-Multivibrators gewonnen (A-KMi). Die Oszillographenröhre kann über eine besondere Hellsteuer- schaltung hellgeschaltet werden, um nur Rechenvorgänge dar- zustellen und nicht die Strahlrückläufe während der Rechen- pausen. Das Hellsteuersignal, ausgehend vom Digital-Bedien- gerät (DBG) oder Digital-Programmierfeld (DPF), ist gegeben durch Anlegen von Erde an Bu 13 oder St2 a6 bzw. durch Kurzschließen von Bu 12 und Bu 13. Keine Spannung >1 Volt an Bu 13 anlegen! ee” Es gibt im OMS 811 zur Hellsteuerung zwei verschiedene Schaltmöglichkeiten: a) Bei Zweistrahlbetrieb die Helltastung mit 100 kHz-Impulsen, gesteuert vom Externsignal, wobei die 100 kHz-Impulse gleichzeitig die Flanken der Umschaltimpulse ausblenden. 10-1 10-2 b) Bei Einstrahlbetrieb mit nur einem X- und einem Y- Eingang entfallt die 50 kHz-Umschaltfrequenz sowie die Hellsteuerung mit 100 kHz. Die Helltastung erfolgt in diesem Falle über ein Lichtkoppelelement (Gr 29), welches wie ein schnelles Relais wirkt (Verzögerungszeit <3 us). Dadurch wird eine genaue Auswertung des Oszillogramms auch bei kürzesten Rechenzeiten bis zu 100 us gewähr- leistet. Zur Umschaltung von Hinstrahl- auf Zweistrahlbetrieb dienen die Kanalwahlschalter S9 und 510. Sie erlauben auch eine beliebige Kombination aller Eingänge. Durch Anlegen von Erde an St2 a5, kann die Helltastung wirkungslos gemacht werden (Dunkelsteuerung vom DPF), Den Ablenksystemen der Oszillographenröhre (V1) ist je- weils ein Ablenkverstärker (V2 bzw. V3) vorgeschaltet, Sämtliche Betriebsspannungen werden im OMS 811 selbst durch eingebaute Netzanschlußgeräte erzeugt. Die Steck- einheiten H-GR 1 liefern eine sehr konstante +15V- und -15V-Spannung, die zugleichals Kompensationsspannung dient. Von der Kompensationsspannung wird mit Hilfe eines Präzisions-Zehngangpotentiometers eine Teilspannung abge- griffen, welche die zu messende Spannung kompensiert, Diese kann dann unmittelbar an der Potentiometerskala abgelesen werden. Jedem der vier Eingänge ist ein eigenes Potentiometer sowie ein Umschalter für die Polarität der Kompensationsspannung zugeordnet. Eichungen und Justierungen sind nur in großen Zeitabständen oder in Sonderfällen erforderlich. Alle hierzu benötigten Einrichtungen sind eingebaut, Die Beleuchtung des Mess- rasters vor dem Bildschirm kann durch Drehen um 180° weiß oder rot gewählt werden, Die Beleuchtungsstärke ist stufenlos einstellbar mit Regler R87 "Raster. Zum Fotografieren von Rechenvorgängen befindet sich auf der Frontplatte unter den Buchsen "H' eine Fotobuchse "FT", an die der Blitzlichtkontakt des Fotoapparates angeschlossen werden kann. Bei Betätigen des Fotokontaktes wird der Vorgang ''l x Rechnen’ ausgelöst. 10. 3. Aufbau und Besttickung 10.3.1. Mechanischer Aufbau Der OMS 811 wurde für Präzisionsanalogrechner RA800H und für den Hybriden Präzisionsanalogrechner RA 770 als Einschub entwickelt (siehe Bild 10.3.1). Für die Tischanalog- rechner sowie für andere Analogrechner mit einer Rechen- spannung bis zu 100V wird der Oszillograph im eigenen Ge- häuse geliefert, Der 19 Zoll Normeinschub enthält ein Magazin zur Aufnahme der 14 Steckeinheiten, ein Chassis zur Befestigung der elektrischen Bauteile und die abgeschirmte Aufnahmevorrichtung für die Oszillographenröhre, Alle für die Bedienung und Eichung erforderlichen Schalter und Potentiometer sind an der Front- platte untergebracht. An der Rückseite befindet sich die Netz- sicherung, der Netzgerätestecker (Anwendung nur im externen Betrieb mit eigenem Gehäuse), zwei 30polige Siemens- Buchsenleisten (Anwendung als Einschub im Rechner) sowie vier Trimmpotentiometer (Ri bis R4) zur prüffeldmäßigen Nullung der vier Eingangsverstärker in Bu 6 bis Bu 9. Der Hochspannungsteil des OMS 811 ist vergossen und mit einem Abschirmmantel aus MU-Metall versehen. Er enthält Hochspannungstrafo, Gleichrichter und Siebkondensatoren. Die übrigen elektrischen Bauelemente sind, soweit nicht direkt ver- drahtet, auf Löt- und Leiterplatten untergebracht. Bild 10.3.1: Zweistrahloszillograph OMS 811 als Finschub 10-3 10. 3. 2. Besttickung 10-4 Der OMS 811 hat zur bequemen Wartung eine Anzahl von steck- baren Baueinheiten und Bauelementen: 4 Verstärker-Steckeinheiten 2 Gleichspannungs-Regel- Steckeinheiten Kühl-Steckeinheit Schalter-Steckeinheiten Siebsteckeinheit Kippstufe-Steckeinheit Verstärkerröhren Oszillographenröhre Kleinlampen PN FP N FP eB we Sicherung Die Steckeinheiten sind den Magazinbuchsen wie folgt zugeordnet: A-SVIA A-SVIA A-SVIA A-SVIA H-GR1 H-KS1 H-GR1 SP2A SP2A SB1A A-KM1 A-SVIA H-GR1 H-KS1 SP2A SBIA A-KMi ECC801S DN13-14 6V 0,1A T 0,315 17 18 16 10 11 15 14 55, 55, 55, 55, 55, 55. 3040, 890-00 3005, 521-00 3005, 524-00 3005, 059-00 3005, 060-00 3040. 876-00 10.4. Elektrisches Konzept 10.4.1. Stromversorgung Sämtliche Betriebsspannungen werden im Oszillographen selbst erzeugt. Ihre Verteilung ist aus nachstehender Tabelle sowie aus dem Gesamtstromlaufplan Zeichnungs-Nr. 55.3007. 100-00 Str ersichtlich. Spannung Erzeugung Verwendung Gleichspannung Netztrafo Trl Kompensations- +15V + 0,2% Gleichrichter spannung -15V + 0,2% Gr19, Gr20, Transistorbe- Gr23, Gr24 triebsspannung Regel-St.E. H-GR1 Justierspannung Kühl-St.E. H-KS1 f. Ablenkverstärker +50V Netztrafo Tri Transistorbe- Gleichrichter triebsspannung Gr26 und Gr27 f. Helltastung +450V Netztrafo Tri Betriebsspannung -220V Gleichrichter der Ablenkver- Gr17 und Grl8 stärker +2KV Hochspannungsteil Betriebsspannung mit Oszillator der Kathoden- strahlröhre Wechselspan- Netztrafo Tri Heizspannung für nung Wicklungen 10-11-12 | Ablenkverstärker 6,3V 50Hz und 19-20 u. Strahlröhre, Lampensp, Lal und La2 Der Netztransformator erhält seine Spannung entweder über den Stecker Stl aus dem Rechner oder über den Gerätestecker St3, an den dann ein Netzkabel anzuschließen ist. Im ersten Fall erhält der Oszillograph auch das Nullpotential über den Stecker Stl aus dem Rechner. Beim Einsatz des OMS 811 außerhalb des Rechners wird das Nullpotential über den Stecker St4 (Kurzschlußbügel) auf das Meßpotential bezogen. Der Transformator ist mit der Sicherung Sil (0,315B) ein- polig abgesichert und wird mit dem Schalter S11 ebenfalls einpolig abgeschaltet. Der Schalter ist mit der Achse des Po- tentiometers R87 (Rasterhelligkeit) gekuppelt. Über die 10-5 RE 10.4.2. Hochspannungserzeugung 10-6 Wicklung 10-11-12 liefert der Netztransformator direkt die Heizspannung für die Ablenkstufen V2 und V3 sowie die Lam- penspannung für Lal und La2 (6,3 Volt), Die Heizspannung für die Oszillographenröhre V1 (6,3 Volt) liefert die Wicklung 19-20. Sie ist besonders gut isoliert und mit einer geerdeten Schutzwicklung versehen, da sie ein Gleichspannungspotential von -2kV gegen Null führt. Die beiden Regel-Steckeinheiten H-GR! liefern zusammen mit der Kühl-Steckeinheit H-KS1 die stabilisierten +15V und -15V. Die auf der H-KS1 befindlichen Leistungstransistoren 2N3055 wirken als veränderbare Serienwiderstände und werden von der zugeordneten Regel-Steckeinheit so gesteuert, daß die Ab- weichungen der Ausgangsspannung bei normalen Betriebsbe- dingungen S 0, 2% betragen, Die Regel-Steckeinheit H-GR1 schaltet bei einer Überstrom- schwelle von ca. 2,6A selbständig ab. Hierbei dient ein Mono- flop zur Abschaltung. Die Sperrzeit beträgt 1,8 ms, danach bewirkt eine besondere Schaltung einen zeitlinearen sägezahn- förmigen Anstieg der Ausgangsspannung sowie ein periodisches Aufprüfen des Überstromes. Aufprüfzeit je nach Grad der vor- handenen Überlastung 60 ms bis 1,5s. Siehe Stromlauf H-GRi Zeichnungs-Nr. 55.3005.521-00 und Abschnitt 6.3.4. Oszillator und Hochspannungsteil sind in Bild 10.4.2 darge- stellt. Die Hochspannung wird aus einem 12kHz-Oszillator gewonnen (Tr2, Ts1). Diesem folgt ein Gegentaktverstärker mit den Leistungstransistoren Ts2 und Ts3. Die beiden Kollektoren von Ts2 und Ts3 geben eine verzerrte Sinusspannung von etwa 30Vs an den Hochspannungstrafo ab. Mit Hilfe von R86 wird die Amplitude des Oszillators regelbar. Prüffeldmäßig wird R86 so eingestellt, daß an Bu 20 +2,1kV + 5% und an Bu 19 -1,8kV + 5% unter Belastung gemessen werden. Die Kurven- form des Oszillators ist hierbei ohne Belang. Der Oszillator mit Leistungsverstärker ist auf der Leiter- platte 1, Zeichnungs-Nr. 55.3007.108-00, untergebracht. Der nachgeschaltete Hochspannungsteil, Zeichnungs-Nr. 55.3007.026-00 enthält den Hochspannungstrafo, die Hoch- spannungsgleichrichter sowie die Siebkondensatoren. Alle Teile sind mit Giessharz zu einem Block vergossen und zur Ent- störung mit einem Abschirmmantel aus MU-Metall umgeben. Der Eingang des Hochspannungstrafos ist als Gegentaktwicklung ausgeführt, die Mittelanzapfung liegt an -15V (geregelt), daher ist die Hochspannung und damit die Ablenkempfindlichkeit des Oszillographenrohres sehr konstant. Die in 3 Kammern unterteilte Hochspannungswicklung ist ein- seitig geerdet. Zur Erzeugung der Gleichspannung +2kV und -2kV dient je ein Silizium-Hochspannungsgleichrichter mit je: einem nachgeschalteten Glättungskondensator von 0,05yuF, Bei einer im Hochspannungsteil auftretenden Störung muß dieser wegen seines Aufbaus als Ganzes ausgetauscht werden. Ov | 100 u R DW 6176 85 8,2k gn br gn R86 R96 R95 10 10 500 C16 | HH 47 C15 R84 100 u 1 nach 15a12 Ts2 Ts3 Bu 18a OD605 OD603 . 1 . 2 . 3 . 4 . Hochspannungsteil 55.3007.026—00 Str Bild 10.4.2: Oszillator und flochspannungsteil 10-7 10. 4. 3. Siebsteckeinheit SB1A 10. 4, 4, Eingangsverstarker 10, 4, 5, Kompensationseinrichtung 10.4.6, Elektronische Umschalter SP2A 10-8 Die Siebsteckeinheit SB1A, Zeichnungs-Nr. 55.3005.060-00, enthält drei Drosseln, die zur Unterdrückung von Störfrequen- zen aus der Steckeinheit A-KM1 (siehe 10.4.7) dienen. Die vier Eingangsverstärker A-SV1A, Zeichnungs-Nr. 55, 3040. 890-00, sind driftkompensierte gegengekoppelte Rechen- verstärker ohne Übersteuerungsmeldung. Die dazu gehörigen Nullregler Ri bis R4 befinden sich an der Rückseite des Steck- einheiten-Magazins, Sie werden prüffeldmäßig eingestellt und brauchen nur in Sonderfällen, z.B. bei Austausch einer Steck- einheit, nachgestellt werden. Die Eingangsverstärker sind als Summierverstärker geschaltet mit einem konstanten Eingangs- widerstand von 50k, die Rückführwiderstände sind in sieben Stufen einstellbar, entsprechend einem Verstärkungsfaktor von 0,1 bis 10, Zur Dämpfung des Überschwingens liegen die Kondensatoren Cl bis C4 parallel zur Rückführung. Die Bandbreite wird damit auf ca. 120kHz (bei V=1) begrenzt. Uber die Schalter S5 bis S8 können den Eingängen der Ver- stärker A-SVIA Spannungen beliebiger Polarität zugeführt werden, die sich mit Hilfe der Präzisionspotentiometer R43 bis R46 so einregeln lassen, daß sie die Fingangsspannungen kompensieren, Die Linearität und Ablesegenauigkeit der Präzisionspotentio- meter (0,1%) sowie die hohe Genauigkeit der Netzstabilisierung H-GR1 (0,2%) garantieren eine hohe Genauigkeit des Kompen- sationsverfahrens. Durch die Umschalter SP2A, Zeichnungs-Nr. 55, 3005, 059-00, werden die Eingänge X1 und X2 abwechselnd auf das X- Ablenksystem und die Eingänge Y1 und Y2 im gleichen Wechsel auf das Y-Ablenksystem geschaltet. Die aus der Steckeinheit A-KM1 bezogene gemeinsame Schaltfrequenz beträgt ca. 50kHz. Jeder Umschalter besteht aus 2 elektronischen Schaltern, die aus 2 Transistoren (Tsi und Ts2 bzw, Ts3 und Ts4) und einem Ubertrager Trl bzw. Tr2 aufgebaut sind. Die Primär- wicklungen der beiden Übertrager sind gegensinnig an die Schaltfrequenz angeschlossen, d.h. jede Halbwelle, die den einen Schalter öffnet, schließt den anderen und umgekehrt. Die Umgehung des Schalters, bei Einkanalbetrieb geschieht durch die Schalter S9 oder S10. ee 10.4.7. Kippstufe-Steckeinheit A-KMI 10.4.8. Direkte Helltastung für Einkanalbetrieb Die Steckeinheit A-KM1, Zeichnungs-Nr. 55, 3040. 876-00, besteht im wesentlichen aus einem 100 kHz-Multivibrator (Ts1, Ts2) mit nachgeschaltetem Flipflop (Ts3, Ts4) zur Frequenzteilung, sowie den Schalttransistoren Ts5, Ts6 und Ts?. Der Multivibrator steuert über C8 und das Verzögerungs- glied R16, C9 den Schalttransistor Ts5, Der Kollektor von Tso liefert, wenn Rsl erregt ist (Zweikanalbetrieb) positive Helltastimpulse von ca. 50 Volt, 100 kHz über den Regler "Intensität an die Kathodenstrahlröhre. Gleichfalls steuert der Multivibrator über C6 und Gri, Gr2 das bistabile Flip- flop Ts3, Ts4 an. Es liefert an die Übertrager der elektro- nischen Umschalter symmetrische Impulse von + 9Volt und 10 ws Dauer, Die Schalttransistoren Ts6 und Ts7 dienen zur Hell- bzw. zur Dunkelsteuerung. Bei Zweikanalbetrieb (Rsl erregt) ist Ts6 über Rsl mit Ts5 in Serie geschaltet und über R19 zunächst gesperrt, während Ts? leitet. Wird an a5 bzw. an die Basis von Ts7 über R23 Erde (0 Volt) angelegt, so wird damit Ts7 gesperrt und Ts6 leitend. Der Oszillograph ist damit hellgesteuert. Liegt während der Hell- steuerung Erde bzw. 0 Volt an Anschluß a4, so wird die Hell- steuerung aufgehoben (Dunkelsteuerung). In nicht erregtem Zustand von Rs1 (Einkanalbetrieb) liefert Ts6 den Steuerstrom für den Helltasttransistor Ts4 (auf Leiter- platte 1). Die Helltastung ist in Betrieb, wenn Rs1 stromlos ist, bzw, wenn die beiden Kanalwahlschalter S9 und S10 auf X1 oder X2 und Y1 oder Y2 stehen. Sie unterscheidet sich grundsätzlich von der Hellsteuerung im Zweikanalbetrieb dadurch, daß die Kathodenstrahlröhre mit einer konstanten Gleichspannung hell- getastet wird. Dies ist bei sehr kurzen Rechenzeiten von 100us erforderlich, wo sich die Hellsteuerfrequenz von 100 kHz durch die dazwischenliegenden Dunkelpausen auf eine genaue Ablesung störend auswirken würde. Die Helltastung besteht im wesentlichen aus folgenden Bauelementen: Schalttransistor Ts4 und Lichtkoppelelement Gr29 auf Leiter- platte 1 sowie dem Verstärker Ts5 auf der Lötplatte 3. Das Lichtkoppelelement besteht aus einer Gallium-Arsenid- Leuchtdiode als Sender und einer Silizium-Fotodiode als Empfänger, Beide Teile sind zu einer Einheit lichtdicht ver- gossen. Das Koppelelement HL27&,erfüllt hierbei die Funktion eines sehr schnellen Relais mit einem Potentialunterschied von 2kV zwischen Eingang und Ausgang. Die Helltastung erfolgt, sobald die Basis von Ts4 Nullpoten- tial erhält. Ts4 wird leitend und liefert einen Strom von ca. 90mA in Flußrichtung der Sendediode von Gr29. 10-9 10.4.9. Ablenkverstärker 10. 4.10. Anzeigeröhre 10-10 Das hierbei abgegebene Infrarotlicht trifft auf die Fotodiode und erhöht deren Sperrstrom von ca. 200nA auf ca. 100 uA. Über Ts5 wird dieser Strom verstärkt und dem Intensitäts- regler R59 als positive Helltastspannung zugeführt. Der Widerstand R61 zusammen mit dem Regler R60 bilden die negative Vorspannung der Strahlröhre. Bei Auswechseln der- selben muß eventuell R60 nachgestellt werden. Die Einstellung von R60 erfolgt so, daß der Strahl bei ganz nach rechts ge- drehtem Intensitätsregler gerade noch ganz schwach sichtbar ist (bei dunkel gesteuerter Röhre). Anmerkung: Eine Nachstellung von R60 bei angeschlossenem Gerät nur vom Spezialisten. Die Ablenkverstärker V2 und V3 sind stromgegengekoppelte Differenzierverstärker, denen am einen Eingang die Meßspan- nung, am anderen eine Justierspannung für die Nullpunktlage zugeführt wird. Diese Spannung wird an den Potentiometern R77 und R80 abgegriffen. Zwei weitere Regler R55 und R72 dienen zum Einstellen der Verstärkung. Die Regler ''0'" und ''V" sind mit einer isolierten, geschlitzten Achse versehen und befinden sich an der Front- platte, Zur Frequenzgangkompensation der Ablenkverstärker dienen C24 und C27 mit den parallel liegenden Trimmern C25 und C26. Sie befinden sich auf der Leiterplatte 2, Zeichnungs-Nr. 55, 3007. 109-00, und brauchen im allgemeinen nur einmal im Prüffeld eingestellt zu werden, Ein Nachabgleich von C25 oder C26 ist dann erforderlich, wenn die Strahlauslenkung zwischen geschaltetem und nicht geschal- tetem Betrieb eine Differenz aufweist. Zur Durchführung dieses Abgleichs wird der OMS 811 zunächst auf den Kanälen X1 oder X2 und Y1 oder Y2 mit den Reglern ''0" und ''V" geeicht. Danach werden die Kanalwahlschalter auf X1 und X2 bzw. Y1 und Y2 geschaltet und der Strahl mit C25 für die X-Achse und C26 für die Y-Achse auf die vorher eingestellte Markierung (Rastergrenze) gebracht. Als Anzeigeröhre wird die OszillographenrGhre vom Typ DN 13-14 verwendet. Ihre Betriebsspannungen, mit Ausnahme der Heizspannung, werden von dem auf der Lötösenleiste 5 angebrachten Hochspannungsteiler abgegriffen. Am Potentio- meter R59 wird die Bildhelligkeit, an R63 und R66 die Bild- scharfe eingestellt. 10.5. Wartung und Instandsetzung Eine Wartung des OMS 811 ist nur in Sonderfällen oder in großen Zeitabständen erforderlich, Hingegen empfiehlt es sich nach längeren Rechnerpausen bei Inbetriebnahme des Analog- rechners eine Kontrolle von Nulipunkt und Verstärkung und gegebenenfalls eine Nachregelung mit den Reglern ''0" und "V"' (siehe Bedienungsanleitung). Wartungsarbeiten, die vom Kunden ausgeführt werden können, beschränken sich auf das Auswechsein von Steckeinheiten, Lämpchen und der Sicherung. Das Gerät muß dabei vom Licht- netz völlig abgeschaltet sein, Instandsetzungs- und Abgleicharbeiten am OMS 811, die ei- nen Anschluß des Gerätes an das Netz im ausgebauten Zu- stand erforderlich machen, dürfen wegen der Hochspannung führenden Teile nur von eigearbeiteten Wartungsspezialisten durchgeführt werden. 10-11